Kinder sind ein Balanceakt, der uns täglich heraufordert. Auch wir sind immer der Suche nach einem guten Weg. Das gibt oft Diskussionen.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Theorie und die Vorstellungen anders aussehen als die Realität. Die Realität lernt man im Alltag kennen. Ich weiss nicht wie stark sich Eure Männer an der Betreuung der Kinder beteiligen.

Bsp.: Schweinefleisch. Wir essen keines bei uns zu Hause. Familie und Freunde nehmen darauf Rücksicht (Finde ich auch normal, denn ich koche auch nicht für einen Vegetarier extra Fleisch) Ich habe meinem Mann gesagt, dass ich es unserer Tochter ausswärts nicht verbieten kann. Das heisst er muss Kindergarten etc. informieren, wenn nicht automatisch danach gefragt wird. Das macht er. Er hat auch meiner Tochter gut erklärt, warum wir kein Schweinefleisch essen. Sie kann heute selber sagen, dass sie das nicht isst.

Als sie meinem Mann einmal erzählt hat, dass sie sehr Hunger hatte, nichts anderes mehr vorhanden war und es darum gegessen hatte, strich er ihr liebevoll über den Kopf, dankbar für ihr Vertrauen, meinte er nur, dass dies in diesem Fall schon in Ordnung ist.

Was ich auch sagen will, ich habe nichts gegen sein Anliegen und unterstütze es, doch ich übernehme die Verantwortung ausser Haus nicht.

Natürlich ist unsere Tochter Moslem. Im Kindergarten und bei vielen anderen Gelegenheiten hört sie zum Bsp. von der Weihnachtsgeschichte. Natürlich fragt sie und will mehr darüber wissen. Soll ich ihr auf diese Fragen keine Antwort geben? So erfährt sie viel auch vom christlichen Glauben.

Wir versuchen nicht so viel über Haltungsfragen zu diskutieren, sondern Lösungen zu finden, wie unsere wichtigen Anliegen im Alltag gelebt werden können.