Guten Morgen Katusha!
Tja, was hab ich in dieser Situation- "Verliebt in Tunesien"- von meinem Umfeld erwartet?
Genau das, was wir vorher schon getan haben, einen konstruktiven Austausch.Mit der besten Freundin funktionierte das auch sehr gut,ich wußte, dass sie es in jeglicher Hinsicht hinterfragen und ggf. auch Kritik üben würde.Gut ist, wenn man jemanden an der Seite hat, der einem in dieser Phase auch mal negative Dinge aufzeigt,die eintreten könnten- soetwas schiebt man ja in dieser ersten Verliebtheit gern von sich. Aber macht nicht genau das eine tiefe Freundschaft aus? Für mich ja und ich bin noch heute dankbar, dass ich nächtelang mit ihr darüber reden konnte, sie mir "Stoff" zum nachdenken geliefert hat...
Bei einem Teil meiner Familie(insbesondere meine Mutter) bin ich allerdings auf derbe Kritik gestossen.Kritik, die jeglicher Grundlage entbehrte. Man war nicht bereit,sich mit der Materie zu befassen, sondern schoß nur mit irgendwelchen weit dahergeholten Argumenten.Im Nachhinein denke ich, dass es zum grossen Teil Verlustängste waren und die Angst vor dem Unbekannten(fremdes Land,fremde Religion).Hatte immer gedacht, in meiner Mutter einen offenen und toleranten Menschen an meiner Seite zu haben, aber wenn es um die eigene Tochter geht, ist vieles anders.
Auch wenn es nie wirklich die Situation gab, dass ich mich zwischen meinem Mann und meiner Familie entscheiden mußte, so ist das Verhältnis zwischen meiner Mutter und mir doch jetzt ein anderes. Sie hat ihre Konsequenzen aus den meinigen gezogen und nur langsam kommt die Annäherung wieder.
Die Herzlichkeit meiner Schwiegerfamilie hilft mir darüber ein wenig hinweg und im Moment bin ich öfter dort als bei meiner eigenen Familie.
Über meine Konsequenz gegenüber meiner Mutter bin ich heute noch froh, ich hätte nicht mehr in den Spiegel schauen können, wenn ich meine Entscheidung von ihr abhängig gemacht hätte.
Mein Mann und seine Familie sind zu einem grossen Teil meines Herzens geworden und ich bin dankbar, dass ich das alles erleben darf.
Ich hätte mir so manches Mal gewünscht, mit meiner Mutter ruhig und konstruktiv über das Für und Wider einer solchen Beziehung zu reden. Das war leider nie möglich, weil die Emotionen überschäumten. In meinem Bekanntenkreis funktionierte das schon eher, vielleicht weil diese(bis auf meine beste Freundin)nicht so emotional involviert waren.
Fazit: Ich bin sehr dankbar, dass ich Menschen an meiner Seite hatte und habe,mit denen ich zu jeder Zeit meine Gedanken austauschen konnte und kann.Ein Freund ist der für mich, welcher mir nicht nur Honig um die Schnute schmiert, sondern seine tatsächlichen Gedanken äußert..
Allen, die eine Entscheidung für sich treffen müssen, wünsche ich viel Glück! Ich für mich habe hoffentlich die Richtige getroffen, in ein paar Jahren werde ich es wissen...
Einen schönen Tag für euch alle,
Amelie
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