Hallo Heike
auch mir geht es ähnlich wie Dir. Wir haben dieses Jahr geheiratet, da wir sowieso zusammenbleiben wollen, egal was noch auf uns zu kommt. Auch er (Reitlehrer) wollte nicht nach Deutschland ziehen und ich konnte mir anfangs auch kaum vorstellen nach Tunesien zu gehen. Allerdings sind wir nun schon 3 ½ Jahre zusammen. Wir führen zur Zeit immernoch eine Fernbeziehung. Doch durch die Besuche in Tunesien, bei Ihm zuhause, habe ich Land und Leute noch besser kennengelernt, und habe gemerkt, daß ich mit Ihm an meiner Seite alles schaffen kann. Wir besitzen ein Grundstück gegenüber seines Elternhauses, daß wir langsam bebauen wollen. Denn wir haben beschlossen beide Länder für ein Leben ins Auge zu fassen. Man muß sich nicht gleich entscheiden. Brahim war bisher noch nicht in Deutschland und deshalb kommt er nun erst mal zu mir, um Deutschland kennenzulernen und weiter zu sehen. Erst dann kann er sich darüber Gedanken machen ob, und wie lange wir in Deutschland bleiben wollen. Selbständig kann man sich auch noch in ein paar Jahren machen, und das Startkapital kann man in Deutschland besser verdienen. Meine gesamte Familie hat Ihn bereits in Tunesien kennengelernt und die unterstützen uns, weil sie Ihn auch sehr mögen. Ich habe mein Französisch bisher etwas aufgebessert und von Ihm möchte ich so viel arabisch lernen wie es geht, um mich auch besser mit seiner Familie zu verständigen. Deshalb mein Tip für Dich: Lass ihn erst mal nach Deutschland kommen. Er muß sich ein Bild von diesem Land machen können, genauso wie Du Dir ein Bild über Tunesien machen kannst. Und dann werdet Ihr bestimmt einige Diskussionen führen was für Euch das beste ist. Ihr müßt Euch ja nie für die Ewigkeit irgendwo niederlassen. Deutschland nimmt jeden Deutschen (und deren Ehemänner) wieder auf. Und bis dahin funktionieren auch Fernbeziehungen wenn jeder von Euch beiden sicher ist, nur diesen Menschen zu lieben. Und irgendwann treibt Euch die Sehnsucht dann sowieso zusammen. Deine Einschätzung ca. 2-3 Jahre noch in Deutschland zu bleiben, um beruflich und sprachlich weiterzukommen, um unabhängig zu sein, finde ich sehr gut, daß ist auch erst mal mein Weg. Ich bin übrigens gelernte Industriekauffrau mit der Fachrichtung Finanzbuchhaltung. Allerdings habe ich keine Ahnung wie ich meinen Beruf (von wegen Steuern) in Tunesien einsetzten könnte. Vielleicht hättest Du einen Tip für mich?
Gruß Ouaili