wärme und lebenseinstellung (kismet) kann ich bestätigen, aber die bescheidenheit???? ich habe im laufe meines lebens und meiner reisetätigkeit hier auf der erde kein volk erlebt, das so gerne zeigt, was es hat - wenn die menschen denn was haben. ist es nicht vielmehr so, dass viele tunesier nur wenig haben und man deswegen kaum was sieht??? und kommt die bescheidenheit nicht eher durch die gelassenheit, die das ertragen des eigenen schicksals leichter macht als bei uns??? ich habe im nahen osten, auf der arabischen halbinsel und auch in nordafrika prunk und protz in formen erlebt, die ich sonst nirgendwo auf der welt so erlebt habe. wenn etwas da ist, muss es gezeigt werden... in form von schmuck, entsprechender kleidung, entsprechenden autos usw. das einzige, was dieses gehabe sympathisch macht ist, dass dies alles - meist - ohne zögern geteilt wird, wenn jemand anderes weniger hat.
in keinem asiatischen land, in keinem europäischen land, wird das, was man hat dermassen zur schau gestellt, wie bei den arabern. nicht falsch verstehen, bin selbst zur hälfte araberin, ich schimpfe nicht über mein volk, aber die bescheidenheit denke ich ist eine sache der armut. da - leider, leider - viele menschen in diesen ländern sehr arm sind, ist die bescheidenheit ein muss.
bewundernswert und nachahmenswert ist die einstellung zum eigenen schicksal, die sich aus dem islam ergibt. zufriedenheit mit dem, was man hat, und auch dankbarkeit für das, was man hat, ist uns europäern fremd. das streben nach ständigem "mehr" entspricht unserer mentalität. und nicht bewunderung für das "mehr", sondern neid bestimmt unser leben.
in den arabischen ländern wird ein mensch mit "mehr" bewundert und nicht beneidet. DAS ist meiner meinung nach der grosse unterschied.
hätten wir einen ähnlich starken glauben, würden wir ähnlich den moslems so in einer religion verwurzelt aufwachsen, würden wir uns sicherlich eher mit unserem schicksal zufrieden geben. denn das schicksal ist "von gott gewollt" und es gilt dies anzunehmen und zu tragen, und nicht damit zu hadern. denn mit hadern würden wir "gott" und seine weisheit anzweifeln.
ich glaube, dass dies der punkt ist, an dem wir dieses menschen bis zu einem gewissen grad "bewundern" und sie interessant finden.
grüsse