@Ralf-Matthias, Gako
Aber die Lösung ist ganz einfach, ich kenne auch
beide Seiten:
Als meine Freundin und ich zum ersten Mal über Tunesien hinwegflogen, kriegten wir schon einen kleinen Schock; diese karge Landschaft, ein paar Häuser und Wasser, am liebsten wären wir wieder zurück.
Auch die Menschen (besser gesagt, Männer, denn mit Frauen kommt man als "normaler Tourist" ja kaum in Kontakt) fanden wir sehr erschreckend, egal ob im Hotel, am Strand oder in der Stadt; unhöflich bis unverschämt, dreist, raffiniert und selbst die Freundlichkeit wirkte antrainiert und "Oscar-reif"...
Doch wenn man dann als Frau glaubt, auf die "große Ausnahme" gestoßen zu sein und sich verliebt, ist es so, als wenn man einen Schalter umkippt...!
Man nimmt die Dinge plötzlich völlig anders wahr; wir sind losgerannt, haben möglichst viel Kitsch gekauft, der uns noch lange an dieses "tolle Land" erinnert und waren hypnoseartig verzaubert...
Und wenn nun einer sagt, das ist halt so im Urlaub, das gleiche würde in jedem Land passieren, wenn man sich verliebt, nein, DORT ist es anders, auch wenn ich es nicht erklären kann...
Die Atmosphäre wird plötzlich einzigartig, daß alles Negative, was ein normaler Tourist empfindet, nicht mehr durchdringt...
Ich kenne viele, die "normale Touristen" geblieben sind, da reicht das Spektrum dann von "ein Urlaub dort reicht" bis "ganz nett, nächstes Jahr aber erst mal woanders hin".
Die "zauberhafte Architektur" kann da nicht entschädigen und "der Ruf zum Gebet von den Minaretten der Moscheen" wird selbst von meiner Schwiegerfamilie als extrem nervig empfunden...
Der Tee schmeckt, wenn auf Pfefferminz steht, und besser als in Italien oder vielen anderen Ländern ist die "Kochkunst" dort sicher nicht; besonders, wenn man wie die meisten Touris mindestens eine Phase lang pro Urlaub nicht mehr vom Klo runterkommt...
Die beschriebenen Bäumchen sind mir auch noch 20 Aufenthalten noch nie besonders ins Auge gesprungen und das Meer ist nun mal schön, egal in welchem Land...
Das Lächeln der Menschen wirkt auf mich so, daß ich gleich den nächsten Wunsch, die nächste Bitte oder gar Forderung erwarte, ansonsten wird man zumeist argwöhnisch beäugt...
Trotzdem, alles weggefegt in die tiefste Schublade des Unterbewußtseins, nach 2 Wochen Ferien vor 10 Jahren bis heute; trotz aller Pleiten, Pech & Pannen; Trennungen, Schmerzen, Gefühl- und Geldverlust, Tunesien bleibt wie eine Droge, an der man einmal genascht hat!
Ob es dagegen Entziehungskuren gibt...?
Deshalb
Ist dir denn nicht die zauberhafte Architektur aufgefallen? Der Ruf zum Gebet von den Minaretten der Moscheen? Hast du nicht von der tunesischen Kochkunst gezehrt oder einen typischen Pfefferminztee gekostet? Ist das wirklich an dir vorbei gegangen? Selbst die Olivenbäume entlang der Straßen von Hammamet im Norden hast du übersehen? Die Einheimischen die dich anlächelten, wenn du es auch getan hast? Die Weite und Ruhe des Meeres?