Hallo Kuschel,
ich bin zwar nicht mehr in dieser Situation, denn genau heute vor einem Jahr ist mein Mann nach Deutschland gekommen. Aber an die Zeit davor als er noch in Tunesien war, erinnere ich mich noch so als ob es gestern war. Es war eine sehr schwierige Zeit und wenn mein Mann dann nicht bald gekommen wäre, wäre ich sicherlich nervlich daran zu Grunde gegangen...
Zu deinen Fragen...
Zitat:
.) Wie schafft ihr das mit dem Urlaub bzw. wie oft fliegt ihr nach Tunesien im Jahr?
.) Wie schafft ihr das Finanziell?
.) Und wie um Himmels Willen übersteht ihr die Zeit dazwischen?
1+2) Ich war gerademal ausgelernt und daher hatte ich nicht viel Geld auf der Kante und flog 2mal im Jahr hin. Das war schon Maximum, mehr hätte ich nicht geschafft. Das Jahr bevor er kam, haben wir uns genau ein Jahr lang nicht gesehen, das war hart!
3.) am besten sollte man sich nicht immer wieder ins Gewissen rufen, wie wie weit der andere weg ist. Das macht einen nur kaputt. Wir hatten sehr viel E-Mail Kontakt, zu Geburtstagen Briefe, mal ein Päcken zwischendurch und sehr viele Anrufe. Die Telefonate haben mir am meisten geholfen, ist aber sehr kostenspielig. Ich kann dir gar nicht sagen, wie oft es deswegen daheim Krach gab mit meinen Eltern weil ich vom Festnetz aus anrief, ich sag nur im letzten Monat bevor er kam betrug die Telefonrechnung 300 Euro, seine in Tunesien 900 Dinar
Am besten ist wenn man sich ablenkt, mit Freunden weggeht, anstatt daheim zu sitzen und in Traurigkeit zu versinken auch wenn man keine Lust zum Weggehen hat. Versuche immer Leute um dich zu scharen, dass du nie ins Grübeln kommst. Ich war u.a. wochenlang außer auf der Arbeit nirgendwo anders, immer nur daheim, in meinem Zimmer und habe in den Erinnerungen geschwelgt. Das tat einerseits gut, weil die schönen Momente mit ihm mir Kraft gaben aber auf der anderen Seite war es jedesmal wie wenn mir jemand mein Herz aus dem Leib reißt, weil ich dann denke "Wo war ich noch vor kurzem, und wo bin ich jetzt" Ich kam mir immer so hundeseelenallein vor, total kümmerlich... einfach nur schrecklich!
Ich wünsche alle denen Kraft, die eine Fernbeziehung leben und vor allem, dass sich diese seelische Belastung auch lohnt.
Viele Grüße
Sena