Hi Mabrouk
Ich glaube dir und weiss auch, dass Frauen immer mehr auf den Markt drängen und arbeiten wollen. Aber da fängt doch der Konflikt dieser Frauen an. Einerseits möchten sie arbeiten und auf der anderen Seite sind sie noch immer gefangen in ihrem kulturellen und traditionellen Background. Diese beiden Dinge sind noch nicht kompatibel und vorallem leben ihre Eltern noch immer nach den alten Traditionen. Wie also soll sich jetzt eine junge tunesische Frau entscheiden? Beides geht nämlich nicht. Sie verdient z.B. zuwenig um sich ein eigenes Appartement zu leisten, also sucht sie eine WG. Da wiederum hat es evtl. auch Männer und schon fängt der Gewissenskonflikt bei ihr an. Natürlich möchten die Frauen freier und unabhängiger werden, aber ihr Respekt gegenüber der Familie lässt eben die ganze Entfaltung nicht zu. Ja sie gehen arbeiten, bleiben aber wenn es geht im Umkreis der Familie. Die Familie zu verlassen und alleine irgendwo zu leben, soweit sind die wenigsten, denn Tunesier/Innen sind Familienmenschen und wollen nicht alleine leben, das ist aber eine Mentalitätsfrage. Ich und auch die anderen Teilnehmerinnen hier wollten dir und Sanfour nicht das Gefühl geben, dass die tun. Frauen nichts wert sind und das Land noch immer im Mittelalter lebt, aber das was du und Sanfour beschreibt ist noch nicht der Alltag, sondern erst der Anfang den man inzwischen in den Städten beobachten kann. Von Normalität darf man noch nicht sprechen, wenn das so wäre, dann würde man es auch im Süden sehen und das ist nicht der Fall. Mal vereinzelt eine Frau in einem Supermarkt oder in der Putzkolonne eines Hotels, am Flughafen und in Spitälern, ja das sieht man auch im Süden, aber man sieht noch immer keine "seriösen" Frauen alleine im Cafe sitzen oder abends in den Discos. Also hat sich die tun. Frau noch nicht emanzipiert, oder sagen wir es mal so, sie nimmt sich heute gewisse Teilbereiche aber hat noch nicht den Mut sich alles zu nehmen
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Gruss Tornado