Liebe Leser des Tunesien Forums!
Ich bin Moderator des Marokkoforums und lebe auch in Marokko. In vielem sind
sich diese Länder gleich. Beim Stöbern in diesem Tunesienforum habe ich
festgestellt, daß das Thema "Partnerschaft" auch hier eine Rolle spielt. So
möchte ich dazu einige "offene Worte" los werden, da vieles von Marokko nach
Tunesien übertragbar ist. Dieser Artikel ist vielleicht nicht das, was viele
gerne hören möchten ABER er entspricht den Tatsachen:
So wie in der DDR Westdeutschland als Land mit allen wünschenswerten Dingen
im Überfluss galt, so wird heute von den meisten Menschen in Afrika Europa
gesehen. Durch Fernsehen und Touristen die in für Einheimische unbezahlbaren
Hotels leben wird das falsche Bild über Europa verstärkt. Viele junge Männer
haben nur ein Ziel, das heißt "Europa". Die Verblendung ist so stark, daß
sie sogar ihr Leben riskieren um übers Meer zu kommen. "Wer ankommt hat es
geschafft", ist die vorherrschende Meinung. Daß man sich auf unseren hohen
Niveau unter oftmals großen Entberungen halten muß, ist nicht bekannt.
Natürlich nehmen nicht alle jungen Männer den illegalen Weg über das Meer,
viele versuchen es auf anderen Wegen. Einer der beliebtesten ist dabei die
Hochzeit mit einer Europäerin. Dadurch scheinen die Türen nach Europa und in
den Wohlstand weit geöffnet!
Früher war im Orient eine Frau 20 Kamele wert. Ehen wurden und werden in
diesen Ländern oftmals nicht wie bei uns aus "Liebe" geschlossen, sondern
aus wirtschaftlichen Aspekten. Der Mann mit den 20 Kamelen mußte dadurch
zeigen, daß er finanziell in der Lage war, die Frau zu ernähren. Heute tut
ein deutscher Reisepass des Partners gleichen Dienst!
Viele junge marokkanische Freunde bitten mich ständig, ihnen eine Frau aus
Deutschland "mitzubringen" oder "zu besogen". Daß das natürlich nicht ganz
so einfach geht, haben viele erkannt und versuchen deshalb sich selbst eine
Frau "anzumachen". Ferienorte sind beliebte Tummelplätze solcher
Ausreisewilligen. Sie wissen, daß viele europ. Frauen auf funkelnde,
orientalische Augen stehen. Als wird dieses Talent eingesetzt.
Zudem wird alles erzählt, was die Frau wohl gerne hören würde.
Um nicht den geringsten Verdacht aufkommen zu lassen, sagt natürlich jeder,
daß er überhaupt gar nicht nach Europa wolle und dies nur wegen ihr tut.
Versprochen wird alles.
Viele dieser Jungmänner nehmen keine anderen ihnen angebotenen Arbeiten an,
weil die Verlockung nach Europa kommen zu können mehr Hoffnung bringt, als
im Heimatland ein Leben zu führen. Sie brechen begonnene Tätigkeiten einfach
ab um an den Stränden und Touristenoasen ihr Glück zu suchen. Die Familie
unterstützt sie meist dabei, denn ein Huhn, was goldene Eier legt, hätte
jede Familie gerne!
Und wenn dann einmal ein potentieller Partner in Haus des Mannes kommt, dann
zeigen sich alle von ihrer allerbesten Seite, hofieren ihn bis zum geht
nicht mehr. Und dies gefällt den Europäerinnen, da sie so etwas von ihrem zu
Hause nicht gewöhnt sind.
Leider täuscht so etwas darüber hinweg, wie die allermeisten solcher Ehen
enden. Versprochen wurde am Anfang immer alles und gehalten kaum etwas. Die
meisten der tunesischen/marokkanische Partner halten dem Druck unserer
Gesellschaft nicht stand.
Natürlich kann eine internationale Partnerschaft eine sehr interessante
Sache sein aber der Partner muß sicher stellen, daß es keinen finanziellen
Aspekte sind, die hier für die eine Seite Vorrang haben. Und um das zu
wissen, braucht man jahrelange Landeskenntnisse. In einem oder mehreren
Urlauben wird man so etwas nie erfahren.
Thomas Friedrich
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Thomas ist im Forum kein Mitglied und kann es aus Zeit Gründen auch nicht werden, wer gern etwas an Thomas schreiben möchte kann mir dies gern per Mail senden, ich werde dies dann weiterleiten.
Er bat mich diesen Text rein zu stellen.
Claudia