Guten Morgen!
Man, ist das ein Rattenschwanz geworden *lach*.
Ich glaube übrigens - ich würde aller Wahrscheinlichkeit KEINEN deutschen Mann mehr heiraten - aber da ich sowieso nicht mehr heiraten will, hoffe ich, das Thema ist eh nicht mehr überlegenswert für mich. Ob ich mir einen "Araber" (mal grob verallgemeinernd) für die Ewigkeit aufladen würde, kann ich allerdings auch nicht sagen. Kommt Zeit, kommt Unrat. Bei meinem jetzigen Freund ist diese Frage irrelevant - und über das Danach denke ich nach, wenn es da ist. Ich sehe mich allerdings - der landläufigen Meinung entgegen - nicht als gehorsames Weibchen, liegt vielleicht 1. daran, dass ich das Geld nach Hause bringe, 2. eigentlich schon meinen Kopf durchsetze (diplomatisch eben, oder wie einige formulieren "schleimend" - aber wir waren beide Recht gut dabei, habe ich den Eindruck) und 3. ich einfach gelernt habe, wie ich gewisse Dinge anpacken muss, um zum gewünschten Ziel zu gelangen. Bei meinem ist es z.B. so, dass er sehr "brauseköpfig" ist und bei uns schnell mal die Fetzen fliegen. Anfangs machte ich den (wie ich heute weiss) Fehler und wollte das Sujet dann gleich jetzt und hier explizit ausdiskutieren. Mit dem Erfolg, dass die Sache 9,5 von 10 Mal eskalierte und mit Türenknallen und wutschnaubendem Verschwinden meines Holden endete. Ziemlich stressig. Jetzt lasse ich ihn sich austoben, schweig stille und zieh mich zurück - und pack das Thema noch mal an, wenn er wieder Bodenhaftung hat. Funktioniert entschieden besser. Er hat nunmal seine "andere" Mentalität - genau wie ich meine habe. Und da man Mentalitäten nicht ändern kann, finde ich es sinnvoller, einen Konsenz zu finden. Ob ich ein Streitthema nun gleich oder in einer Stunde beilege sehe ich als schnurzegal, warum soll ich seiner Art nicht entgegenkommen und es so lösen, dass wir beide davon profitieren. Ich sehe nicht, wo ich mich da aufgebe oder verbiege - ich lebe da eher nach dem "der Klügere gibt nach"-Prinzip. Und warum soll ich jemanden, der nunmal (genau wie ich) eine gewisse Prägung aus seiner Heimat hat nun unbedingt mein Ding aufzwingen? Er muss doch hier wahrlich genug Kompromisse eingehen, um mit seiner (deutschen) Umwelt zurecht zu kommen, ist es denn so verkehrt, wenn ich versuche, ihm wenigstens zuhause eine Insel zu schaffen, auf der er sich ein bisschen sicher und verstanden fühlt? Ich weiss nicht, wie es euren Männern und Freunden hier geht, aber meiner ist - nach 17 Monaten - mit machen Situationen hier immer noch überfordert, fühlt sich schockiert, ausgegrenzt und versteht manchmal im wahrsten Sinne des Wortes die Welt nicht mehr. Und er ist kein "Strandschüler", der mit Mühe seinen Namen schreiben kann oder jemand, der nie etwas gelernt hat, er ist gebildet, strenggläubiger Christ - und hat trotzdem enorme Probleme mit unseren Wertvorstellungen und Handlungsweisen.
Ich meine - letztlich wollte ICH ihn hier bei mir haben, so sehe ich MICH auch in der "Pflicht", ihm, der für mich seine Familie, seine Freunde, seine Heimat verlassen hat, das Leben hier ein bisschen erträglich zu gestalten. Und - ich weiss nicht, wie das bei Euch läuft - ich bekomme das mit Zins und Zinseszins zurück, vielleicht in anderer Art und Weise, als wir es hier kennen - aber er ist ja nunmal auch "anders". Ich denke, das Verständnis, dass ich für mich fordere, muss ich auch ihm gegenüber zeigen, ich glaube sogar viel mehr, denn in meinen Augen hat er es hier generell viel schwerer als ich, die ich hier geboren und aufgewachsen bin und für die Alles hier normal und vertraut ist.
Und darum - handhabe ich das eben so wie beschrieben. Und für mich ist das ok - wäre es das nicht, würde ich es ja nicht tun. Und glaubt mir, am Anfang war ich auch "herrischer" - aber warum die Dinge komplizierter machen, als sie eh schon sind; binationale Paare/Ehepaare haben doch genug Probleme, ohne sich selber noch welche zu häkeln.....