Hallo Claudia,

Tatsache ist aber doch, daß es z.Zt. noch unterschiedlich gehandhabt wird, oder nicht? Ich kenne 2 aktuelle Fälle, bei denen es eben nicht so praktiziert worden ist, wie es wohl Gesetz ist und darum geht es doch. Es kann sei, daß beide zur gleichen Zeit befragt werden, es kann aber auch sein, daß nur der Mann in der deutschen Botschaft befragt wird und die Befragung der Frau völlig ausfällt. Es kommt, genau wie bei den Papieren, wohl auf den zuständigen Sachbearbeiter an. Das eigentliche Problem ist doch wohl eher, daß diese Befragung überhaupt stattfindet. Ich halte dies für äußerst diskriminierend und mich würde mal interessieren, wie viele Scheinehen man so entdeckt. Vermutlich keine einzige! Die tatsächliche Zahl der Scheinehen würde mich auch mal interessieren. Sie ist vermutlich verschwindend gering und den ganzen Aufwand nicht wert. Da ja überall Personal eingespart werden soll, würde ich dort mal anfangen. Ich glaube, die ungefähre Zahl der Ehen zwischen Tunesiern und Deutschen liegt bei 1000/Jahr. Das bedeutet, daß es ca. 2000 Befragungen pro Jahr gibt. Jede Befragung dauert ca. eine halbe Stunde und hinzu kommt die Zeit, die verwendet werden muß, um die Einladungen zu dieser Befragung zu erstellen und die Ergebnisse der Befragung auszuwerten - das sind dann ca. 45min x 2000 = 90.000min = 1.500 Std/Jahr. Ich denke mal, man kann damit eine Vollzeitkraft einsparen, wenn man mal von 165 Arbeitsstunden/Monat ausgeht und Urlaubs-, Kranken- und andere Ausfallzeiten abzieht. Wenn man das für alle Eheschließungen weltweit hochrechnet, kann man mit Sicherheit viele Arbeitskräfte und Geld sparen. Was sind da schon die paar Scheinehen, die geschlossen werden?
LG Anna