Vielleicht habe ich mich als Nicht-Muttersprachler wieder unglücklich oder so undifferenziert ausgedruckt, dass der Eindruck entstand, ich würde mir über die Ehe von Cha ein Urteil erlauben. Cha hat zwar angegeben, dass sie diejenige war, die die Scheidung wollte und ist ansonsten an dem Weiterbestehen der Ehe nicht sonderlich interessiert, aber das reicht eben nicht aus, um sich ein Bild über ihre Konkrete Ehe-Situation zu machen, will ich auch gar nicht. Nur, mir sind einige Fälle bekannt, wo der Ehemann den unerwarteten Verlust seines Familienglücks und seiner fern der Heimat mühsam aufgebaute Existenzgrundlage aber vor allem die Trennung von den Kindern, nicht verkraften konnte. Einige kehren zurück, versuchen ohne große Überzeugung, so gut es geht, ein neues Leben anzufangen, es gelingt ihnen aber in der Regel nicht und so vegetieren sie nur noch dahin als lebende Leichen, andere bleiben im Ausland und ihr Leben dort sieht auch nicht viel besser aus. Und eben in diesem Zusammenhang habe ich den Standpunkt vertreten, dass so eine Trennung für beide Partner schmerzlich ist, aber besonders für den Mann, der nun alles neu definieren muss. Und auch meine vertretene Überzeugung, dass der schwer zu ersetzende ideelle und emotionale Verlust weit größer ist als der materielle, ist genereller Art und muss nicht unbedingt auf die Konkrete Situation von Cha zutreffen. Es geht außerdem deutlich aus meinem ersten Beitrag hervor, dass ich das Verhalten ihres Mannes absolut verwerflich finde.Habe nur versucht seine Perspektive zu ergruenden ohne gleich sein Tun rechtfertigen zu wollen.
Und liebe Uli mach dir meinetwegen keine Sorgen, solche Erfahrungen kann ich nicht machen, aus dem einfachen Grund, weil ich mit einer Tunesierin verheiratet bin und hier lebe. Ein tunesisches Sprichwort sagt: wer seine Hand nicht in Schlangenhöhlen steckt, muss auch nicht befürchten, gebissen zu werden.
Und liebe Marion deinen Vorwurf, keinen anderen Standpukt zu vertreten als den eines Mannes, finde ich absurd, da ich nun mal ein Mann bin. Habe auch wenig Hoffnung, eines Tages dahinter zu kommen, wie es im Gehirn einer Frau funktioniert und es ist auch vielleicht besser so.