naja, was das materielle betrifft, sind wir vielleicht weniger anspruchsvoll, einfach, weil wir es nicht so noetig haben, wie annegret es beschrieben hat. ausserdem setzten wir unsere prioritaeten anders, wir definieren uns eher ueber unsere persoenlichen (beruflichen) erfolge z.b., als ueber den schmuck, den wir haben. aber frauen, die den tag zu hause verbringen, muessen halt irgendwie anders ihre "erfolgserlebnisse" haben, ihr selbswertgefuehl woanders aufbauen.
das kann dann sicher schonmal ueber das materielle sein.

auf der anderen seite denke ich, dass wir europaeerinnen in ganz anderen bereichen anspruchsvoll sind, naemlich in der beziehung selbst.
wir erwarten viel mehr verstaendnis und zuwendung, wenn es um unsere allerpersoenlichsten sorgen und probleme geht, wir wollen mit unseren mawenner ueber politik ebenso diskutieren koennen, wiee ueber lebensfuehrung, soziale themen eroertern und ueber den beruflichen alltag sprechen.
wir moechten sie am liebsten ueberall dabeihaben, sie sollen sich genau fuer das interessieren, was uns interessiert bzw. wichtig ist, sei es kunst oder musik oder auch nur unser freundeskreis.
sie sollen der exotische, attraktive araber sein, um den uns andere frauen beneiden, dabei aber doch bitte ja schoen europaeisch werden, uns in der beziheung mindestens das geben, was ein deutscher mann uns geben wuerde, und eigentlich eben noch mehr.
sie sollen uns nicht an den rockzipfeln haengen (uns alleine weggehen lassen z.b.), aber sie sollen uns auch schoen anbeten, also ja nicht allzu unabhaengig sein, z.B. lieber mit freudnen in die kneipe gehen, statt mit uns ins konzert.
diese liste koennte ich unendlich fortfuehren. also meiner meinung nach haben wir gewaltige ansprueche und erwartungen an den partner, die er ueberhaupt gar nicht von zu hause kennt und die er vielleicht nichtmal versteht.

also ich merke das immerwieder, dass ich bestimmt dinge in der partnerschaft fuer so selbstverstaendlich nehme, und mein lieber mann kennt das dann einfach gar nicht, weiss gar nicht, dass ich das erwarte.
wenn ich mir dann seine familie vorstelle und von seiner kindheit hoere, wird mir das manchmal schon klarer, trotzdem bin ich dann enttaeuscht und habe oft das gefuehl, um etwas kaepfen zu muessen, das fuer andere in nicht binationalen beziehungen selbstverstaendlich ist.
das ist fuer uns beide stressig und ich glaube, mein mann wuerde nie behaupten, ich sein weniger anspruchsvoll, als eine tunesische frau.
Im gegenteil: ist es vielleicht nicht fuer einen mann nicht sogar angenehmer, sich sozusagen „freizukaufen“ mit geschenken, als sich tatsaechlich mit den gefuehlen und zugegebenermassen auch oft fuer ihn unlogischen launen auseinanderzusetzten? Ein deutschverheiratetr mann muss meiner meinung nach weit mehr leisten...
Auf eine frau einzugehen, die sich als gleichwerige person versteht und deren aufgabenbereich in der familie weit weniger abgegrenzt ist, die mehr mitredet und mehr bzw. ein anderes selbstverstaendis hat, gerade weil sie vilelleicht auch der hauptverdiener ist, ist sicherlich fuer jemanden, der nicht in diese gesellschaft und in diese sich ja auch noch allmaehlich weiterentwickelnden strukturen reingeboren ist, verdammt schwer.
Genauso schwer, wie es vielleicht fuer uns frauen ware, ploetzlich in einer arabischen gesellschaft zu leben und dabei viele unserer privilegien aufgeben zu muessen.