Hallo Carona,

falls es Dich interessiert, kommt da demnächst im Fernsehen folgendes:

Ohne Pass und Papiere
Illegal in Deutschland
Sa - 28.02.2004, 16:45 - 17:15 Uhr, HR

Anna ist Kurdin, 75 Jahre alt. Sie lebt seit fünf Jahren ohne Aufenthaltsrecht in Deutschland, also illegal. Ihre acht Kinder flüchteten aus der Türkei vor dem Leben, das die Eltern hatten: Übergriffe der türkischen Polizei, Armut und Arbeitslosigkeit. Annas Kinder haben inzwischen ein Aufenthaltsrecht in Deutschland. Anna wird es von den Behörden verweigert, auch wenn ihr Mann verstorben ist und sie sich heute in der Türkei allein durchschlagen müsste. Anna versteckt sich bei ihren Kindern. Doch aus Angst, von der Polizei entdeckt zu werden, flüchtet sie von Woche zu Woche zum nächsten Sohn, zur nächsten Tochter. Annas Fall ist kein Einzelfall. Während die Zahl der Asylbewerber rückläufig ist, gehen immer mehr Ausländer in die Illegalität. Sie nehmen ein Leben ohne irgendwelche Rechte in Kauf. Seriöse Quellen gehen von mindestens einer Million Menschen aus, die ohne gültige Papiere in Deutschland leben. Doch im Unterschied zu anderen EU-Ländern wird in Deutschland Illegalität als Straftat verfolgt. Krankenhäuser, Ärzte oder Schulen sind verpflichtet, Illegale den Behörden zu melden. Jeder, der einem Illegalen eine Unterkunft gibt oder ihm eine Arbeit vermittelt, macht sich strafbar. Manche Menschen helfen trotzdem. Besonders die christlichen Kirchen versuchen da einzuspringen, wo Menschen durch alle Raster zu fallen scheinen. Pater Martinez, der Leiter der spanischen Mission in München, besucht zum Beispiel Illegale, die in der Justizvollzugsanstalt in Stadelheim einsitzen. Ärzte aus Nürnberg behandeln Illegale kostenlos. "Bei Gott ist kein Mensch illegal", meint auch der Rektor einer Schule, der Kinder von Illegalen vorübergehend in seiner Schule aufnimmt und ihrem Leben damit ein Stück Normalität gibt. Der Film beschreibt das Leben von Menschen ohne Aufenthaltsrecht und die Motivation der Helfer.

LG Clabou