@Khomsa,
ich bin sehr anpassungs- und lernfähig, d.h ich ereigne mir das alles was für mich positiv ist, und meine positive Lebenseinstellung hat mich mein ganzes Leben geprägt!
Ich muss voraussagen, ich habe immer das getan was ich auch machen wollte, ohne Rücksicht auf Familientradition oder irgendwelche Zwänge. jetzt nur ein Beispiel um das Ganze zu verdeutlichen. Als damals mein Vater sein Hotel in Sfax verkauft hat und nach Tunis zog um eine Kneipe zu eröffnen, natürlich mit der ganzen Familie, habe ich mich dagegen gewehrt und bin bei meiner Tante in Sfax geblieben (ich war damals 17). Zum Vergleich, ich habe einen sehr guten Freund der einen guten Arzt hätte werden können, aber er war seine Familie und seine Tradition auf dem Dorf sehr verbunden , und seine Mutter wollte nicht dass er nach Europa geht, und das hatte er auch getan, aus Liebe und Verbundebheit zu seiner Familie. Das wäre mir nie in den Sinn gekommen, auf meiner Mutter zu hören wenn ich andere Interessen hatte, d.h meine Mutter hätte nie gewagt mich davon abzuhalten, denn sie kennt ja meine Einstellung. Deshalb habe ich Eingangs auch gesagt: die Mentalität der einzelnen Männer spielt eine herausragende Rolle, wobei ich nicht sagen kann, was richtig und was falsch ist! Ich finde im Nachhinein heute ganz toll dass mein Freund auf seiner Mutter gehört hat, obwohl auf der anderen Seite bin ich fest davon überzeugt dass er steinreich geworden wäre wenn er auf sein Medizinstudium nicht hätte verzichten können und nicht auf seiner Mutter gehört hätte!
Die europäische Mentalität war mir nicht fremd. Ich habe die deutsche Sprache in Sfax auf dem Gymnasium gelernt (übrigens das war die erste Klasse überhaupt die deutsch als Fremdsprache gewählt hat), nach dem Abitur bin ich nach Djerba gegangen und habe dort zuerst in Houmt Souk auf dem Gymnasium (Verwaltung) und dann im Hotel El Bousten an der Rezeption gearbeitet.
Ich wollte letzendlich sagen, ich hatte überhaupt keine Probleme weder mit der Sprache noch mit der Mentalitätsumstellung.
Meine Frau hatte auch überhaupt keine Probleme mit meiner Familie, sie ist sehr herzlich aufgenommen worden und umgekehrt auch, ich wurde sozusagen der Lieblingsschwiegersohn geworden. Übrigens die ganze Familie ist so "infiziert" dass sie am liebsten nur noch tunesisch essen würde!
Am Schlimmsten für mich war Anfangs mit der Ernährung, aber das ist eine ganz andere Geschichte.
So jetzt verrate ich dir aber nichts mehr!
![[Breites Grinsen]](images/icons/grin.gif)