Hallo Mabrouk, eine Frage hätte ich dazu an Dich: Glaubst Du, dass ein konservatives Elternhaus, das zwar in religiösen Dingen tolerant ist und die Kinder diesbezüglich nicht beeinflusst, nicht dennoch Auswirkungen auf den Charakter und die Mentalität der Kinder hat? Ebenso wie das gesellschaftliche Umfeld? Natürlich auch Stadt oder Land, das wiederum unterscheidet sich ja nicht von anderen Ehen. Hattet Ihr nie Missverständnisse, bei denen Du vielleicht Ansichten hattest, die bei näherem Hinsehen mit der Prägung durch Deine tunesische Familie zusammenhingen? Würde mich sehr interessieren, wir hatten nämlich gestern ein interessantes Beispiel, da ging es um Späße verstehen. Da scheinen die Mentalitäten zwischen Tunesien und Deutschland auseinanderzugehen. Ist ähnlich wie das oben genannte Beispiel mit dem Vorgeplänkel am Telefon. Es sind eigentlich banale Dinge, die aber im Zusammenleben zu bösen Missverständnissen führen können.
Was ich mir noch vorstellen kann, was nicht direkt ein Religionsproblem ist, aber daraus resultieren könnte, ist zum Beispiel ein gewisser Fatalismus, den ich in Tunesien oft erleben konnte. Auch kaum Gläubige legen eine Geduld und eine, wie soll ich es sagen, ohne jemand auf den Schlips zu treten-Trägheit an den Tag, die mich oft umgehauen hat. Auf meine Rückfrage hin, kam die Antwort: Man muss Geduld haben bzw. es ist Kisma (Schicksal), es wird sich schon finden.
Ich habe das immer ein Stück weit als Aufgeben empfunden bei meinen Besuchen. Nun habe ich mich gefragt, wie es wohl wäre an der Seite eines Menschen mit einer solchen Einstellung im Alltag Leben zu können (wohl gemerkt, ich verurteile diese Einstellung nicht, aber sie ist mir ein Stück weit fremd). Ich glaube, ich könnte es nicht, und ich bewundere jede Frau, die das kann.
Geduld ist eine Eigenschaft, die ich gerne hätte, aber geduldig abzuwarten, was das Schicksal bringt, ist etwas, das ich nicht mehr nachvollziehen kann.
Mich würde hier auch Steifs Meinung dazu interessieren, vielleicht hab ich mir das ja auch nur eingebildet, weil ich im Februar dort war und da verstärkt diese Erfahrung gemacht habe, weil die Arbeitsmarktlage da halt extrem mau war und ich fast nur Leute kennenlernte, die mit Tourismus zu tun hatten (Animateure, Köche, Kellner, Reiseleiter etc.).
Danke schon mal im voraus für die Antworten.

Khomsa
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Habe Mabrouks und meinen Beitrag nochmal hier runter kopiert, dann stimmt die Reihenfolge wieder.
Eine Frage hätte ich noch an die anderen:
Seid Ihr Euch in den Beziehungen mit dem Partner sehr ähnlich oder eher konträr? Und wenn konträr, habt Ihr das Gefühl, dass liegt zum Teil an der Nationalität, Erziehung etc.?

@Claudia: Vielen lieben Dank fürs rüberkopieren.