Anja Zarzis
Mitglied
Benutzer # 680
erstellt am: 30-08-2002 16:10
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Hallo Rym,
ich finde du beschreibst recht treffend die Probleme einer binationalen Ehe bzw. Beziehung. Gerade in Deutschland ist man sehr dem Gesellschaftsdruck ausgesetzt.
Die Probleme fangen aber schon bei ganz anderen Dingen an. Verschiedene Kulturen haben auch verschiedene Denkmuster und meiner Meinung nach sind die irgendwo schon genetisch festgelegt. Ich bin zur Zeit noch mit einem Deutsch-Iraner verheiratet der bis auf 4 Jahre seines Lebens in D aufgewachsen und geboren ist. Der Vater ist kein gläubiger Moslem. Trotzdem gab es bei uns schon Kulturunterschiede die unsere Ehe belastet haben. Es fängt bei ganz banalen Dingen an. Ein Beispiel: Du rufst jemanden an, der meldet sich. Hier ist es relativ normal, dass du sofort auf den Punkt kommst um was es geht. Bei seiner Familie war es üblich erst einmal ein kurzes Vorgeplänkel zu führen wie es einem geht und was man tut und dann erst auf den Punkt zu kommen. Es dauerte eine Weile bis ich merkte was ich falsch mache bei meinen Anrufen, gesagt hat es mir niemand.
Diese kleinen, alltäglichen Unterschiede werden oft nicht bemerkt bis sich eine große Unzufriedenheit einstellt und einer der Partner explodiert. Das ist eigentlich schade. Ich habe auf jeden Fall gelernt auf solche Kleinigkeiten im Umgang miteinander zu achten und beobachte deswegen meine tunesische Familie in der Beziehung genau, damit ich mir der Unterschiede bewußt werde und darauf eingehen kann.
Übrigens ist die Ehe mit meinem Noch-Mann nicht wegen binationaler Konfklikte gescheitert, sondern wegen eines ganz männlichen Triebes.
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Anja Zarzis