@ Claudia
@ all
Tunesien befindet sich in seiner "Entwicklung" noch etwa 2 Generationen hinter Mitteleuropa und ist zugleich ansatzlos mit den "Segnungen" von heute konfrontiert.
Zur Verdeutlichung, was ich meine: mein Großvater lebte als kleiner Gewerbetreibender in einem gar nicht so kleinen Dorf. Petroleumlicht, Wasser vom Brunnen und Plumpsklo waren Standard. Zuerst wurde Strom in Haus eingeleitet, Jahre später kam mit der Elektropumpe Fließwasser in die Küche und wieder Jahre später kam ein Zubau mit Badezimmer und WC. Das alles spielte sich in einem Zeitraum von fast 20 Jahren ab.
Informierte sich Opa noch aus der Zeitung etwa zwei Tage nach den Ereignissen, schaffte sich seine Tochter ein Radio an und tut es der Enkel nicht ohne TV.
In der Gemischtwarenhandlung wurden dir Dinge nach Gewicht in Paipertüten oder mitgebrachte Behälter eingewogen. Für Flüssiges musstest du Flaschen oder Kannen mitbringen ... Was blieb da als Mist - fast nix und das ließ sich meist im Ofen oder Waschkessel verbrennen. Stallmist, Sch***** und Gülle kamen auf die Felder. Weiterverwertbares (Glas, Metall, Tierfelle, ...) holte ein Händler ab und bezahlte noch dafür. Der Rest kam in die "G'schirlgruam", eine abgebaute Schottergrube, die wieder aufgefüllt werden sollte.
Mit der Erfindung der Verpackungswirtschaft (was war zuerst da, die Verpackung oder der Selbstbedienungsladen?) und dem gestiegenen Wasserverbrauch, der wiederum mehr Abwässer erzeugt, kamen langsam die Entsorgungsprobleme.
In unseren Breiten konnte - manchmal auch zu langsam - reagiert werden. Tunesien ist da fast ansatzlos mit solchen Problemen konfrontiert und kann einfach nicht so schnell reagieren.
Was sagt ihr zu dieser Theorie?
Karl