Wie werde ich Reiseleiter
Kirchen und Paläste, Museen und Hotelanlagen sind die Arbeitsplätze von Reiseleitern. Doch hinter der sonnigen Fassade verbirgt sich ein harter Job, so Margaretha Grattenthaler vom Deutschen Reisebüroverband (DRV) in Berlin. Die Tätigkeiten seien sehr unterschiedlich: Bei manchen Veranstaltern führen Reiseleiter Jeep-Safaris durch Großwildparks oder Bergwanderungen in Nepal. Bei anderen sind sie für Badeferien in großen Urlaubsgebieten zuständig.

Reiseleiter kommen aus ganz verschiedenen Berufen, haben pädagogische oder soziale Erfahrung für die Kinder- und Jugendbetreuung, kommen aus der Hotel- und Tourismusbranche oder sind Quereinsteiger. Birgit Pelzer von TUI achtet bei der Einstellung besonders auf Sprachkenntnisse. Beim Studienreisenveranstalter Studiosus sind «Akademiker mit sozialer Kompetenz» gefragt, z. B. Philologen, Kunsthistoriker und Archäologen. Letztlich müssen Reiseleiter Pädagoge, Historiker und Geschichtenerzähler in einer Person sein.

Personal suchen die Veranstalter immer. Ob Studien-, Abenteuer-, Jugend- oder Sportreisen: Die Leiter müssen Organisationstalente sein. Sie planen Ausflüge, buchen Mietwagen und helfen bei Reklamationen. Unterwegs sind sie für den Zeitplan verantwortlich. Wissen über das Urlaubsgebiet ist besonders wichtig.

Ein anerkanntes Berufsbild und eine vorgeschriebene Ausbildung gibt es in Deutschland nicht. Reiseleiter lernen in der Regel «on the job». Gefragt sind Naturtalente mit psychologischem Geschick und guten Nerven. Oft kommen Arbeitstage von mehr als zwölf Stunden zusammen. Das Honorar für Berufseinsteiger liegt laut Thomas Staender zwischen 100 und 120 Euro pro Reisetag. Eine Berufsbeschreibung findet sich unter berufenet.arbeitsamt.de. dpa
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