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in islamischen Ländern unmöglich: Ausstellung von Leichen #10008
20/01/2004 22:53
20/01/2004 22:53
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ak Offline OP
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der folgende Beitrag war heute in faz.net zu lesen:

Gunther von Hagens' „Körperwelten“: Schluß damit
Von Lorenz Jäger
 
20. Januar 2004 "Ja, super, ich wußte gar nicht, daß Menschen so aussehen." So lautete der Eintrag der achtjährigen Lisa in das Gästebuch der Ausstellung "Körperwelten", als diese in Berlin gezeigt wurde. Derzeit gastiert die Leichen-Schau im Frankfurter Stadtteil Fechenheim. Das örtliche "Best Western"-Hotel empfiehlt den Schulklassen angesichts des erwarteten Besucherstroms eine zeitige Anmeldung. Der schweizerische Lehrerverband LCH hatte, als Gunther von Hagens in Basel gastierte, seinen Mitgliedern den Lehrausflug zur Ausstellung empfohlen - unter der Bedingung, "daß dieser professionell vorbereitet werde".

Aber welche Profession wäre denn zuständig für das, was Gunther von Hagens zeigt, für seine neckisch aufgemachten Leichen, die grinsend, einmal in der Pose des nachdenklichen Schachspielers mit aufgeschnittenem Schädel, ein anderes Mal als Freak, von dessen Hirnschale nur ein Irokesen-Rest geblieben ist, dem Publikum gezeigt werden? Der Wunsch, den Ausflug mit den Kindern "professionell vorzubereiten", bedeutet in Wahrheit das Eingeständnis der Unmündigkeit: Das eigene moralische Urteil wird an vermeintliches Expertenwissen abgeschoben.

Frevelhafte Neugier statt wissenschaftliches Interesse

Der Mann, der sich als Künstler gibt und stets mit einem Joseph-Beuys-Hut auftritt, ist Unternehmer. Sein Geschäft mit der Fabrikation von Leichen hat sich bisher gelohnt. Rund dreizehn Millionen Besucher hat er weltweit anlocken können, unter ihnen waren nach von Hagens' eigenen Angaben zwei Millionen Kinder. "Jugendgerecht konzipiert" sei die Ausstellung, erklärte er in einem Interview. Gerade wird in China ein Paar hergestellt, das auf dem Eis tanzt, ein kopulierendes Paar soll folgen. Sein Ziel ist ein "Menschenmuseum". Er sieht sich als Wissenschaftler, der die Ergebnisse der anatomischen Forschung "demokratisiert", in der Nachfolge von Leonardo da Vinci und dem Barock-Anatomen Vesalius.

Andere Vergleiche liegen näher. Die Leichen des Gunther von Hagens kommen, wie der "Spiegel" in seiner aktuellen Ausgabe belegt, durchaus nicht nur von willigen Spendern, sondern unter anderem aus chinesischen Straflagern. Es waren, mindestens bis zum Jahr 2002, Hingerichtete. Manche hatten ein Loch im Schädel, andere einen gebrochenen Hals. Der kommunistische Staat verkaufte sie. Der Meister aus Deutschland betreibt im chinesischen Dailan ein internationales Großunternehmen, die "Von Hagens Plastination Ltd.", wo die Leichenpräparation wie am Fließband stattfindet.

Man wird an das Äußerste der menschlichen Verworfenheit erinnert: vielleicht nicht direkt an die Menschenversuche der NS-Medizin, aber doch an jene Ärzte, die sich Kommissarschädel von der Ostfront kommen ließen, um anthropometrische Daten über den Typus des Bolschewisten zu erheben. Im Lager Buchenwald soll es Lampenschirme aus Menschenhaut gegeben haben, die in dem Nachkriegs-Verfahren gegen die Aufseherin Ilse Koch eine Rolle spielten. Solche frevelhafte Neugier ist es, die von Hagens demokratisiert - wissenschaftlich sind seine obszönen Massenveranstaltungen ohne Belang.

Mut, den Frevel beim Namen zu nennen

In Deutschland haben mehr als fünf Millionen Menschen die "Körperwelten" besucht, bald werden es womöglich zehn Prozent der Bevölkerung sein. Gefolgt wird die Bundesrepublik von Südkorea und Japan. Zur Ehre des Islam und des Judentums sei es gesagt: In den von ihnen dominierten Ländern wäre das Unternehmen des Gunther von Hagens ein Ding der Unmöglichkeit. Und vielleicht - das ist die einzige Hoffnung, die man gegenwärtig haben kann - wird das massive, aber vage Unbehagen an dieser aktuellsten Form der Kulturindustrie jene, die es verspüren, dazu nötigen, den Quellen dieses Unbehagens auf den Grund zu gehen. Sie werden dabei auf Fragen stoßen, die nach einer religiösen Antwort verlangen. Es ist die Chance für die Kirchen, aus ihrer Selbstvergessenheit zu erwachen und mit der christlichen Idee die Menschen wieder zu erreichen.

Der Artikel 1 des Grundgesetzes sagt: "Die Würde des Menschen ist unantastbar." Aber kann die Intuition, daß die menschliche Würde durch Gunther von Hagens in beispielloser Weise verletzt wurde, juristisch faßbar gemacht werden? Die Heidelberger Oberstaatsanwältin Elke O'Donoghue erklärte gestern, man prüfe die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens: Möglich wäre ein Strafverfahren wegen Störung der Totenruhe. Darauf stehen bis zu drei Jahren Haft.

Viel zu lange hat man hierzulande das Geschäft mit den Toten zugelassen. Wir haben uns daran gewöhnt, daß unter dem unverfänglichen Titel der Kunst alles möglich und folglich auch zu dulden ist. Aber diese Gesellschaft braucht den Mut, den Frevel beim Namen zu nennen. Sie braucht die Energie und das Selbstbewußtsein, etwas oder auch jemanden auszuschließen. In diesem Fall Gunther von Hagens. Sonst wird man eines Tages die Lampenschirme von Buchenwald ausstellen, und eine andere Achtjährige wird dann ins Gästebuch schreiben, daß sie bisher gar nicht gewußt habe, wie menschliche Haut aussieht.
Text: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.01.2004, Nr. 16 / Seite 33
Bildmaterial: dpa

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Re: in islamischen Ländern unmöglich: Ausstellung von Leichen #10009
21/01/2004 10:38
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Ich habe die Ausstellung "Körperwelten" auch gesehen. Ich habe sogar meine Kinder mitgenommen und habe kein schlechtes Gewissen. Ich habe sogar eine Wartezeit von ca.2 1/2 Stunden auf mich genommen!
Es ist sehr faszinierend und ich interessiere mich für die Medizin. Man sieht da, wie wir wirklich im Innern und unter der Haut aussehen.....
Diese ausgestellten Menschen, haben zu Lebzeiten eine Einwilligung und ihr Wunsch unterzeichnet!

Nun heisst es aber in den Medien, es seien Leichen vom Hingerichteten......das wäre wirklich eine Schweinerei meiner Meinung nach und irgendwie nicht menschenwürdig!
Ich denke dieser von Hahgens ist so auf die Sache fixiert und süchtig nach noch mehr, dass er die Grenzen bald nicht mehr erkennt, schade!
Aber ich kann trotzdem sagen, ich würde sofort nochmals hingehen, wenn die Ausstellung nochmals hier in der Schweiz wäre.

Re: in islamischen Ländern unmöglich: Ausstellung von Leichen #10010
22/01/2004 15:54
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hallo Jambo,

als Schweizerin blickst du auf eine etwas freundlichere historische Vergangenheit zurück - ganz im Gegensatz zu mir, hier in D.
es hat gar nichts mit schlechtem Gewissen zu tun, es ist einfach so, dass allein die Erinnerung an z.B. den Film von A. Resnais: "Nacht und Nebel" mich schon davon abhält, eine Ausstellung mit Leichen zu besuchen. - vielleicht haben ja die Millionen Deutschen, die sich in die Ausstellung gestürzt haben, diesen und andere Filme gar nicht gesehen ...

anita

Re: in islamischen Ländern unmöglich: Ausstellung von Leichen #10011
22/01/2004 16:12
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Ich habe die ausstellung in HH besucht, und musste zum Glück keine Wartezeit auf mich nehmen, da wir eine Gruppe waren. Ich fand die Ausstellung interessant, auch wenn ich als Nichtmediziner nicht viel damit anfangen konnte. Ich kann mir vorstellen, dass es für medizinisch interessierte sehr interessant sein könnte. Besonders faszinierend fand ich die Entwicklungsstadien des Phoetus, und dass man schon ab der 6 Woche einen Menschen wiedererkennen kann. Ich war leider ziemlich müde als ich die Ausstellung besucht habe (kaum geschlafen, am Vormittag auf dem Fischmarkt gewesen), deswegen konnte ich mir nicht alles genau anschauen können. Manche Exponate sind etwas schockierend, und ich habe auch sehen können wie ein Mädel unmächtig wurde beim Anblick von missgebildeten Babys. Bei dem einen transversal in Scheiben geschnittenen Mann konnte man das Tattoo am Oberarm eindeutig wiedererkennen.

Re: in islamischen Ländern unmöglich: Ausstellung von Leichen #10012
22/01/2004 16:16
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Letztes Jahr war ich mit meinen Geschwistern mit "medizinischer Begleitung" in dieser Ausstellung. Mein Bruder ist Arzt, meine Schwester Physiotherapeutin und ich wurde dementsprechend über alles aufgeklärt. Dennoch kamen da doch immer wieder so Gedanken in mir hoch, wie was mag das wohl für ein Mensch gewesen sein, wie war sein Leben. Oder auch, dieser Mann hatte sehr schöne Zähne, bestimmt war er attraktiv.
Zur Zt hängen in München überall an den Bushaltestellen Plakate mit den lebensgroßen Leichenpräparaten (das aktuelle Spiegeltitelblatt). Wenn da ein Kindergarten oder Schule direkt vor der Tür ist, wie bei der Haltestelle bei meiner Arbeit, find ich das unmöglich. Die Kleinen gruselts beim Anblick des Plakates.

Re: in islamischen Ländern unmöglich: Ausstellung von Leichen #10013
22/01/2004 17:20
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Claudia Poser-Ben Kahla Offline
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Ich wollte in diese Ausstellung gehen als sie in berlin war, leider hat es zeitlich nicht gepasst da es doch eine Wenigkeit dauerte bis man rein kam.
Ich kann nur von Erzählungen her berichten und man berichtete mir nur positives, es war interessant usw. und ich kann mir gut vorstellen das es sehr interessant war und ist, denn wann bekommt man die Möglichkeit mal einen Menschen von innen zu sehen?
Ich hatte diese Möglichkeit schon aber zu einem nicht so schönen Anlass in meiner Ausbildung als wir auch in die Abt. Pado... mußten.

Claudia

Re: in islamischen Ländern unmöglich: Ausstellung von Leichen #10014
22/01/2004 20:39
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Dilan, warum soll es denn Kinder gruseln...? Ich finde das ist das selbe Problem beim Thema "Tod".

Das alles gehört zum Leben und dazu gehört auch der Tod. Meine Kinder haben überhaupt kein Problem mit solchen Themen.es ist etwas Natürliches und so sollte man es auch Kindern erklären....dann gibt es gar nichts was "gruselig" ist.....

Und im übrigen...diese "Leichen" sehen absolut nicht aus wie Menschen. Die sind so faszinierend, man kann gar nicht glauben, dass das mal wirkliche lebende Wesen waren.....

Ich bin heute noch beeindruckt und wie gesagt, ich würde sofort wieder dahin....

Re: in islamischen Ländern unmöglich: Ausstellung von Leichen #10015
22/01/2004 21:03
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http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,grossbild-322232-,00.html

Dieses Bild in Lebensgröße ist schon makaber (zumindest für mein Empfinden). In der Dunkelheit ist diese Reklamewand auch noch von innen beleuchtet.
Die Ausstellung ist interessant aber die Aufmache "des Spiegels" zu Werbezwecken in diese Weise muß wirklich so nicht sein.

Re: in islamischen Ländern unmöglich: Ausstellung von Leichen #10016
22/01/2004 21:48
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Und im übrigen...diese "Leichen" sehen absolut nicht aus wie Menschen. Die sind so faszinierend, man kann gar nicht glauben, dass das mal wirkliche lebende Wesen waren.....
-----
aber es waren Menschen, die Gefühle, Wünsche und Träume hatten.
Ich hab da ein wenig ein Problem damit, ich gebs ja zu.

Re: in islamischen Ländern unmöglich: Ausstellung von Leichen #10017
22/01/2004 22:15
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Wenn es doch nur darum geht die allgemeine Neugier zu befriedigen wie ein Mensch von innen aussieht frage ich mich warum das so makaber umgesetzt wird.
Es würde doch reichen einen Menschen dazustellen
wo man den Muskelaufbau sieht, einen zwecks innerer Organe usw.
Aber nein die Leichen(teile) spielen Schach, spielen Baseball und Schwangere rekeln sich lasziv auf einen Tisch.
Ich kann mir nicht vorstellen das gerade die schwangeren Frauen (ich glaube es sind mehrere, ich kenn die Ausstellung nur aus den Medien) gesagt haben: Jawohl, falls ich sterbe möchte ich aufgeschitten mit meinen Baby der Menschheit präsentiert werden.

Nun,ja jedem das seine. Mein Ding ist es jedenfalls nicht.

LG

Re: in islamischen Ländern unmöglich: Ausstellung von Leichen #10018
23/01/2004 07:32
23/01/2004 07:32

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@Jambo,
Zitat:
Nun heisst es aber in den Medien, es seien Leichen vom Hingerichteten......das wäre wirklich eine Schweinerei meiner Meinung nach und irgendwie nicht menschenwürdig!

Wenn du dieser Meinung bist wieso würdest du dann jederzeit wieder hingehen (das ünterstützt doch das Ganze)!?!? Versteh deine Ansicht irgendwie nicht, das ist so widersprüchlich, oder habe ich das falsch verstanden? [nixweiss1]

Re: in islamischen Ländern unmöglich: Ausstellung von Leichen #10019
23/01/2004 08:35
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Safia da gebe ich dir Recht, leider war ich nicht in dieser Ausstellung, um mir eine richtige Meinung bilden zu können, aber wenn diese Menschen wie Dilan sehr groß dargestelt sind usw. und nicht mehr so der Realität entsprechen, finde ich es auch nicht so gut.

Kindern diese Ausstellung zu zeigen, naja es kommt auf das Alter der Kinder an, so ab 16 Jahre /Jungendliche) dann würde ich sagen okay, aber jünger ich weiß nicht, wir wissen doch gar nicht wie sie darüber denken und fühlen, ob sie damit umgehen können usw.
Sicher gehört dann auch dazu das man mit ihnen darüber spricht.

Claudia

Re: in islamischen Ländern unmöglich: Ausstellung von Leichen #10020
23/01/2004 23:39
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hallo Safia,

ich bin deiner Meinung, finde die Inszenierung der Leichen abstrus, "sex sells", besonders in Verbindung mit Gewalt und Tod: lasziv hingelagerte Schwangere genügen nicht, demnächst gibt es dann ein "kopulierendes" Paar, wie in dem faz.net-Artikel zu lesen ist.

"jedem das seine", ok, aber nur solange dies niemandem schadet.

hier noch ein kritischer Artikel aus der aktuellen Ausgabe der Wochenzeitung "Die Zeit", wichtig auch die Einsicht, dass die Ausstellung keine (!!!) neuen medizinischen Erkenntnisse gebracht hat:

Glosse

Party der Plastinate

Von Thomas E. Schmidt

Mit der Zeit hat man hinzunehmen gelernt, dass die Fantasien des Films immer wieder mühelos von der Wirklichkeit übertroffen werden, was aber nicht heißt, die Wirklichkeit habe sich inzwischen in Aceton aufgelöst und wir lebten in einem plastinierten, Teletubby-weichen Zwischenreich, in dem alles schön bunt und ein bisschen bizarr ist und deswegen auch so sein darf. Wenn die Recherchen von stern und Spiegel zutreffen, hat sich der Körperwelten-Ausstellungsguru Gunther von Hagens mittlerweile zum Regenten eines haarsträubenden Totenreichs aufgeschwungen.

647 ehemalige Menschen zählt seine Armee der reitenden, Schach spielenden Leichen, dazu 182 Babys und Embryonen. 3909 präparierte Körperteile liegen bereit, um sich irgendwo zwischen London und Tokyo den Neugierigen zu auszustellen. Hagens’ Leichenspeicher steht in der chinesischen Hafenstadt Dalian, plastiniert wird in Heidelberg und Bischkek, Kyrgystan. Es sollen Hingerichtete aus China angekauft worden sein, heißt es jetzt, und keiner will mehr so recht an die Mär freiwilliger „Körperspenden“ glauben.

Die Heidelberger Staatsanwaltschaft prüft, ob Straftatbestände in Deutschland und China die Eröffnung eines Ermittlungsverfahrens gegen Hagens und seine Frau nahe legen. Ob beider von Basel und Gibraltar aus tätige Firmen stets ihre Steuern gezahlt haben, wird das Ehepaar ebenfalls nachweisen müssen. Ist das alles nur ein Fall von mad science? Vor allem ist dieser seltsame Konzern ein Stück internationaler Entertainment-Industrie. Mit Volksaufklärung oder dem Baconschen Geist der neuzeitlichen Wissenschaft oder gar der Ästhetik der „inneren Gesichtszüge“ des Menschen, wie es bei Hagens so schön heißt, hat das jedenfalls nichts zu tun.

Gelten die Maximen der Menschenrechtspolitik eigentlich auch für Leichenimporte aus Kyrgystan und China, für die Toten vom Lunapark? Ihr Frankfurter, die ihr gerade für zwölf Euro in die Körperwelten-Ausstellung strömt: Hat einer von euch Lust, Teil einer Verwertungskette zu sein, deren Anfang möglicherweise das Opfer eines totalitären Regimes bildete? Wie schmeckt Kontaktschuld?

Das gesamte Rechtfertigungsgerede von Hagens’ ist Käse. Seine Präparate fügen der Wissenschaft nicht eine neue Kenntnis hinzu, und Kunst ist keine Sache der Selbstzuschreibung. Da hilft auch der Beuys-Hut nicht, den der Meister gerne trägt. Als Hagens im November 2002 in London eine öffentliche Leichenöffnung vornahm, opernhaft, unter einer Projektion von Rembrandts Gemälde Die Anatomie des Dr. Tulp, sprach er von der „Demokratisierung der Anatomie“. Bloß dass Anatomie und Demokratie gar nichts miteinander zu tun haben. Auf der Körperwelten-Website kann man Bilder von der letzten Love Parade ansehen, unter dem Motto „Technoider Totentanz – Plastinate raven mit“. 5,4 Millionen Deutsche haben bisher auch mitgeraved. Beim Chillen können sie sich nun fragen, ob sie sich nicht ein kleines bisschen schämen müssen.

(c) DIE ZEIT 22.01.2004 Nr.5

Re: in islamischen Ländern unmöglich: Ausstellung von Leichen #10021
26/01/2004 18:23
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Also meine Lieben!

Jedem das seine.....jeder muss selber wissen, was er tun oder lassen soll.....

Alexandra, ja, ich finde es auch eine Schweinerei, wenn das ganze nicht mit rechten Dingen zu geht.....aber bis jetzt ist man davon ausgegangen, dass es alles Menschen waren, die das auch gewünscht haben oder?!

Vielleicht verstehen hier mich die einen nicht so ganz, aber wie gesagt, jeder muss es selber wissen.....

Re: in islamischen Ländern unmöglich: Ausstellung von Leichen #10022
26/01/2004 20:33
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Sandra so ist es doch auch gewesen oder?

Ich meine das die Menschen dies auch so wollten und dies mußte auch schriftlich erfolgen, so weit ich es gehört habe.

Claudia

Re: in islamischen Ländern unmöglich: Ausstellung von Leichen #10023
27/01/2004 07:28
27/01/2004 07:28

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@Jambo,
ich verstehe schon, dass du fasziniert warst und dir die Ausstellung angesehen hast (jeder wie er möchte). Ich verstehe allerdings nicht, dass du schockiert, empört ect. bist weil du jetzt erfahren hast, das es vielleicht Hinrichtungsopfer waren und im gleichem Atemzug schreibst du, dass du jederzeit wieder hingehen würdest! Wenn man etwas eine "Sauerei" findet, dann unterstützt man es doch normalerweise nicht weiter, oder? Das kann ich nicht so ganz begreifen [nixweiss1]

Re: in islamischen Ländern unmöglich: Ausstellung von Leichen #10024
27/01/2004 08:10
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Alexandra, ist die ganze Sache denn schon aufgeklärt? Ist es sicher, dass es auch so ist.....?

Re: in islamischen Ländern unmöglich: Ausstellung von Leichen #10025
27/01/2004 08:55
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Ich würde mich auch sehr freuen wenn man genaue und aktuelle Infos dazu rein stellen würde, denn soweit wie ich weiß ist da noch nichts nachgewiesen worden, wobei ich nicht auf dem aktuellen Stand bin.

Wenn man davon ausgeht das es Hinrichtungsopfer waren, wie sind sie nach Deutschland gekommen? Wer hat sie nach der Hinrichtung freigegeben, welche Behörden haben damit Geld verdient usw. dies sind alles Punkte die ganz klar dargestellt werden sollten und müssen, wenn man davon ausgeht.

Würde mich um weitere Infos dazu freuen.

Claudia

Re: in islamischen Ländern unmöglich: Ausstellung von Leichen #10026
27/01/2004 09:15
27/01/2004 09:15

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@jambo,
Zitat:
vielleicht Hinrichtungsopfer
"vielleicht" sollte ausdrücken, dass es ja noch nicht bewiesen ist, aber im Gegensatz zu meinem vielleicht schien mir eben bei dir
Zitat:
Aber ich kann trotzdem sagen, ich würde sofort nochmals hingehen,
der Standpunkt schon klar zu sein, egal ob es stimmt oder nicht.

Re: in islamischen Ländern unmöglich: Ausstellung von Leichen #10027
28/01/2004 00:54
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Genau, Alexandra, [daumen] so ist es......Ich hoffe, dass Dich das aber nicht weiter stören muss..... [Breites Grinsen]

Re: in islamischen Ländern unmöglich: Ausstellung von Leichen #10028
27/01/2004 13:33
27/01/2004 13:33

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Na dann hab ich dich ja doch nicht falsch verstanden, hättest du auch gleich schreiben können! [Schüchtern] Wo steht das mich das stört... [Ha!]

Re: in islamischen Ländern unmöglich: Ausstellung von Leichen #10029
02/02/2004 10:35
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die Vermutungen über unlautere Geschäfte des Ausstellungsmachers von Hagens gehen weiter.

da bekannt ist, dass nicht wenige Menschen ihre Organe verkaufen, um ein wenig (!!!) Geld zu verdienen, kann man sich auch leicht vorstellen, dass Menschen aus wirtschaftlicher Not heraus ihren Körper zu Ausstellungszwecken verkaufen.
solche Geschäfte, meine ich, sollte man nicht unterstützen, indem man Eintrittskarten kauft.

anita

diese Meldung von AFP hat yahoo.de publiziert:

Sonntag 1. Februar 2004, 20:05 Uhr

Presse: "Körperwelten"-Macher bot übergroßem Russen Geld für Leiche

Moskau (AFP) - Der Macher der umstrittenen "Körperwelten"- Ausstellung, Gunther von Hagens, hat einem Pressebericht zufolge einem übergroßen Russen seinen Körper abkaufen wollen. Hagens' Heidelberger Institut für Plastination (IfP) soll dem kranken früheren Basketballer Alexander Sizonenko eine Einmalzahlung und eine Rente angeboten haben, wenn er dem Institut nach dem Tod seinen Körper überlasse, wie die "Süddeutsche Zeitung" in ihrer Montagsausgabe berichtet. Der 2,48 Meter große Ex-Sportler gilt als weltgrößter Mensch und leidet an einer Krankheit, die ungewöhnliches Wachstum auslöst.

In einem der "SZ" vorliegenden Vertragsentwurf von 2000 bietet das IfP einem "russischen Staatsbürger humanitäre Hilfe" gegen die testamentarische Überlassung des Körpers an. Von Hagens sagte der Zeitung, er kenne "dieses Papier" nicht. Ein Freund Sizonenkos bestätigte dem Bericht zufolge, er habe zweimal mit einem Mitarbeiter von Hagens' über eine Plastination und die Zahlung "eines lebenslangen Stipendiums" gesprochen. Von Hagens hatte Sizonenko 1999 nach Heidelberg eingeladen. Dieser behauptet, von Hagens habe ihn mit dem Angebot medizinischer Hilfe nach Deutschland gelockt und erst später gesagt, dass es um eine Körperspende gehe.