Transport: Bald private Betreiber im öffentlichen Stadtverkehr
Die Umstrukturierung im tunesischen Personennahverkehr geht weiter voran. Nach der Verschmelzung verschiedener Gesellschaften wird nun auch die Ankündigung nach mehr privater Beteiligung offensichtlich in die Tat umgesetzt (siehe Afrika-Brief vom 30. April 2003). Seit wenigen Jahren schon auf einigen wenigen Stadtlinien für private Betreiber offen, soll der öffentliche Busverkehr in der Hauptstadt Tunis nun auf mehr als 20 Strecken für private Betreiber geöffnet werden, so Transportminister Sadok Rabeh. Ziel dieser Maßnahme ist einerseits die Reduzierung der Überlastung der existierenden öffentlichen und privaten Strukturen, andererseits die weitere Verbesserung der Qualität im Nahverkehr. Dazu wurde bereits ein Lastenheft erarbeitet und eine technische Kommission eingerichtet, welche die konkrete Auswahl der technischen Voraussetzungen und der zu beteiligenden Firmen festlegen soll. Dieser Rahmen soll noch in den nächsten Wochen veröffentlicht werden. Eine weitere Neuerung ist die Öffnung des Verkehrs zwischen verschiedenen Städten für private Betreiber. Als Rahmen wird dazu diskutiert, dass ein Betreiber bis zu fünf Verbindungen bedienen und eine Konzession für jeweils zehn Jahre erhalten könnte. Des Weiteren sollen sechs Busbahnhöfe in Zukunft von privaten Operateuren gemanagt werden.
Der zehnte Fünfjahresplan (2002-2006) sieht auch vor, daß vom tunesischen Staat insgesamt Euro 1,08 Mrd. in die Erneuerung des Fahrzeugparks investiert werden.