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Einwanderer als "Buhmänner" #52704
26/01/2005 20:14
26/01/2005 20:14
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Gera
Claudia Poser-Ben Kahla Offline OP
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Claudia Poser-Ben Kahla  Offline OP
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26.01.2005:
Debatte: Einwanderer als "Buhmänner"
Singer: Hohmann-Rede und NPD größere Gefahr als Muslime

(dpa)Im Kampf gegen Antisemitismus hat der Vorsitzende des Jüdischen Weltkongresses, Israel Singer, vor einer pauschalen Verurteilung der Muslime gewarnt. Es dürfe keine «neuen Kreuzzüge» geben, sagte Singer am Mittwoch in einem dpa-Gespräch in Berlin. Zwar gebe es eine antisemitische Minderheit unter den weltweit mehr als einer Milliarde Muslimen. Für Deutschland sehe er Gefahren aber vor allem in den Wahlerfolgen der NPD in Sachsen oder Äußerungen wie der als antisemitisch kritisierten Rede des ehemaligen CDU- Politikers Martin Hohmann.

«Weder die NPD noch Hohmann sind Muslime», sagte Singer. Hinter der allgemeinen Verdächtigung der Muslime sehe er den Versuch, die Einwanderer in Europa zu «Buhmännern» zu erklären. Der in den USA geborene Sohn von Holocaust-Überlebenden nimmt an diesem Donnerstag an den Gedenkfeiern zum 60. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz teil. Am Dienstag hatte er zusammen Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und Auschwitz-Überlebenden in Berlin der Befreiung des Lagers gedacht.

Singer sprach sich dafür aus, nicht genutzte Mittel des Zukunftsfonds für die Zwangsarbeiter einzusetzen, um die Jugend Europas über den Holocaust aufzuklären. Er sehe vor allem in den Ländern Osteuropas großen Nachholbedarf. «Als Land der Täter sollte die Bundesrepublik mit seiner besonderen Verantwortung die Federführung bei diesem Aufklärungsprogramm übernehmen.» Der 27. Januar könnte zum europaweiten Tag gegen Intoleranz und Antisemitismus erklärt werden.

Zuvor hatte Singer in der «Bild»-Zeitung und der «Financial Times», die Rolle Deutschlands gewürdigt. «Deutschland tut mehr als andere Länder im Kampf gegen Antisemitismus - aus gutem Grund.» Deutschland habe bereits die besten Gesetze Europas, die zum Beispiel Nazi-Symbole, Antisemitismus und das Leugnen des Holocaust verbieten - «auch weil Deutschland eine Verantwortung hat, die andere Länder nicht haben.» Er verlangte aber weitere Anstrengungen, um die Feindlichkeit gegenüber Juden einzudämmen.
http://www.islamische-zeitung.de/cgi-bin/artikel/5439

Re: Einwanderer als "Buhmänner" #52705
27/01/2005 11:12
27/01/2005 11:12

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Zitat:
Zwar gebe es eine antisemitische Minderheit unter den weltweit mehr als einer Milliarde Muslimen.
Das ist ja wohl der Witz der Woche...  -

Re: Einwanderer als "Buhmänner" #52706
27/01/2005 11:20
27/01/2005 11:20

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Ja Minderheit ist gut, ich glaube jeder Nordafrikaner den man befragen wird wie er zu den Juden steht, wird nicht mehr fertig mit schimpfen, verpönen usw.
Ich habe über den Holocaust geredet mit Tunesiern, Algeriern, Marokkaner und Ägyptern. Da kam mal ein Spruch bei dem ich fast an die Decke gegangen bin "Hätte Hitler ein bißchen länger durchgehalten, dann hätten wir jetzt das Problem Israel/Palästina nicht" [Boah!] [Wütend]

Mal abgesehen vom religiösen Aspekt, der Grund für den Streit zwischen Arabern und Juden ist, ist aktuell das Bündnis zwischen Israel und den USA (=Erzfeind der Araber) ein großer Brennpunkt für den Judenhass. Das sollte man nicht so unter den Teppich kehren. Singer hat hier sehr untertrieben!

Trotzdem muss ich sagen, dass ich seine Statements im Großen und Ganzen gut finde, denn die Ansätze die er aufzeigt sind richtig. Ich ärgere mich immer über das Aufstellen von großen klotzigen Denkmälern zum Gedenken des Holocausts, die auch noch teuer sind und die meisten Jugendlichen dran vorbeigehen ohne zu wissen, was das ist und warum es da steht. Daher bin ich auch der Meinung, dass Aufklärungsarbeit der einzige und richtige Weg ist in den Köpfen der Menschen etwas zu bewegen und zu ändern.

LG
Sena

Re: Einwanderer als "Buhmänner" #52707
27/01/2005 11:30
27/01/2005 11:30

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Zitat:
Hätte Hitler ein bißchen länger durchgehalten, dann hätten wir jetzt das Problem Israel/Palästina nicht"

Nur dass sie die nächsten gewesen wären, so weit wird nicht gedacht....

Aber ich gebe dir Recht Sena, und dass das Mahnmal nur ausschließlich für jüdische Opfer der NS-ZEit ist, finde ich persönlich skandalös...

Re: Einwanderer als "Buhmänner" #52708
27/01/2005 11:33
27/01/2005 11:33

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Es ist schlimm, was mit den Juden passiert ist, aber es wurden nicht nur Juden getötet. Die Zigeuner, Ungaren, Polen usw. wurden anscheinend vergessen und das kotzt mich manchmal richtig an.

Re: Einwanderer als "Buhmänner" #52709
27/01/2005 11:34
27/01/2005 11:34
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Zitat:
Daher bin ich auch der Meinung, dass Aufklärungsarbeit der einzige und richtige Weg ist in den Köpfen der Menschen etwas zu bewegen und zu ändern.

Ein guter Ansatz, aber schwer zu bewerkstelligen, wenn die Mehrheit der Betroffenen nicht zuhören wollen und es auch nicht tun!

Re: Einwanderer als "Buhmänner" #52710
27/01/2005 11:45
27/01/2005 11:45

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Ich finde es beginnt in der Schule, ein paar Unterrichtsstunden mehr über dieses Thema. In den Medien mehr Berichte darüber bringen usw.

Re: Einwanderer als "Buhmänner" #52711
27/01/2005 11:50
27/01/2005 11:50

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Ja, aber das Bewusstsein dafür geht weg, Sena...da hört man dann "ich habe damit nix zu tun..das muss aufhören...das interessiert mich nicht, was vor 60 Jahren war"...das ist das Problem...
in meiner Schulzeit (ist schon eine lange Weile her) gab es im Geschichtsunterricht von der 7.-13. Klasse nix anderes als 1. Weltkrieg, Weimarer Republik und 3. Reich...ich wusste nicht, was vorher so genau war und danach schon gar nicht....(z.B. 4 Sektoren, Marshallplan, Luftbrücke, und und und)
Das war vielleicht ein bisschen übertrieben, nur trotzdem finde ich es auch wichtig, dass sich Schüler damit beschäftigen...auch wenn wir persönlich damit nix zu tun hatten...

Re: Einwanderer als "Buhmänner" #52712
27/01/2005 11:51
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Da hast du recht, dass in dieser Form viel zu wenig getan wird. Das bestätigt sich auch total in einem Fall den ich mal erleben durfte. Ein 17-jähriges Bürschchen, welches alles mögliche von Hitler zu Hause angesammelt hatte und als man ihn fragte, ob er weiß was das alles für eine Bedeutung hat, kam nicht einmal ein "Muh" heraus und er bestrafte uns mit unverständigen Blicken. Da krieg ich die Krise.

Re: Einwanderer als "Buhmänner" #52713
27/01/2005 13:04
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Hier etwas für die Auflärungsarbeit http://de.wikipedia.org/wiki/adolf_hitler
LG Günter

Re: Einwanderer als "Buhmänner" #52714
27/01/2005 13:18
27/01/2005 13:18

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Zitat:
Adolf hitler
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Diese Seite existiert noch nicht.
Wählen Sie Seite bearbeiten Von "http://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_hitler"

[Durcheinander]

Re: Einwanderer als "Buhmänner" #52715
27/01/2005 13:19
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Na wenigstens bin ich nicht die einzige, hab schon gedacht bei mir funktioniert irgendwas nicht.

Re: Einwanderer als "Buhmänner" #52716
27/01/2005 13:20
27/01/2005 13:20
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Falscher Link, Günter. Hier geht's zu Onkel Adolf:

http://de.wikipedia.org/wiki/Hitler

Re: Einwanderer als "Buhmänner" #52717
27/01/2005 13:22
27/01/2005 13:22

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Zitat:
in meiner Schulzeit (ist schon eine lange Weile her) gab es im Geschichtsunterricht von der 7.-13. Klasse nix anderes als 1. Weltkrieg, Weimarer Republik und 3. Reich...
Das ist heute doch noch fast genauso - jedenfalls hier in München. Es kann niemand sagen, dass er darüber nicht informiert wurde.

LG Anna

Re: Einwanderer als "Buhmänner" #52718
27/01/2005 13:26
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In der Schulzeit bekommt man sicher darüber genug Info, nur ist das traurige daran, dass manche von den Jugendlichen dies falsch auslegen und nicht wirklich darüber nachdenken. Ich denke, dass man da eher genervte Gesichter hinter den Schreibtischen sieht.

Re: Einwanderer als "Buhmänner" #52719
27/01/2005 13:34
27/01/2005 13:34

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Ich kann von mir sagen, dass wir das ganze Thema in der Schule durchgenommen haben. Wir haben es aufgenommen und gut war. Was man daraus macht hängt auch davon ab, was die Jugendlichen daheim vorgelebt bekommen. Wenn die Eltern sagen "Sch... Ausländer, ein Hitler muss wieder her, glaub bloß nicht den Übertreibungen eurer Lehrer, die haben von nix ne Ahnung..." Und wenn sie das sehr oft zu hören bekommen, orientieren sie sich vielleicht auch an dieser Meinung.

Dazu kommt dann auch noch der Freundeskreis, Themen wie Dazugehörigkeitsgefühl und Gruppenzwang werden interessant.
Die Hauptarbeit liegt im Elternhaus denke ich, denn das was man vorgelebt bekommt nimmt man unbewußt auch an.

LG
Sena

Re: Einwanderer als "Buhmänner" #52720
27/01/2005 13:37
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Es kann jedoch auch noch so schön sein das Elternhaus - wenn das Kind jahrelang (jetzt beispielsweise) ein Einzelkind ist und sich nach Freunden sehnt, dann auf solche Typen trifft die nur Hitler im Kopf haben, da können dann die Eltern auch nicht mehr viel machen. Das liegt einzig und allein an der Person selbst, wie sie entscheidet, wie sie damit umgeht und wie sie darüber denkt.

Und bei Jung stellt das sowieso immer ein großes Problem dar.

Re: Einwanderer als "Buhmänner" #52721
27/01/2005 13:39
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Sollte "Jungs" heißen. [Schüchtern]

Re: Einwanderer als "Buhmänner" #52722
27/01/2005 13:42
27/01/2005 13:42

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Stimmt auch wieder...

Re: Einwanderer als "Buhmänner" #52723
27/01/2005 13:44
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Sorry, diesen Link hatte ich von Google. Hat bei mir einwandfrei funktioniert.
LG Günter

Re: Einwanderer als "Buhmänner" #52724
27/01/2005 14:22
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Zitat:
Ich finde es beginnt in der Schule, ein paar Unterrichtsstunden mehr über dieses Thema. In den Medien mehr Berichte darüber bringen usw.
Also an den Schulen kann es meiner Meinung nach kaum liegen. Wenn ich zurückdenke, haben wir die NS-Zeit von allen möglichen Seiten betrachtet: Im Deutschunterricht, im Geschichtsunterricht und im Religionsunterricht. Und auf den öffentlich-rechtlichen Sendern laufen doch ständig Dokumentationen über das 3. Reich, während der Spiegel alle paar Monate eine Titelstory über Hitler, Nazis und Co. herausbringt. Ich kenne kein Land, das sich so kritisch mit seiner Vergangenheit auseinandersetzt wie Deutschland.

Ich glaube, es sind gesellschaftliche Gründe und Politkverdrossenheit, die den rechten Dumpfbacken derzeit wieder etwas Aufwind verschaffen. Im Osten kommt hinzu, dass die Menschen 40 Jahre lang staatlich bevormundet wurden und nun merken, dass in einer Demokratie auch nicht alles Gold ist was glänzt. Da wird dann wohl bei manchen der Wunsch nach jemanden, der mal wieder so richtig aufräumt, stark. Oder wie soll man es sich sonst erklären, dass heute Nazis im sächsischen Landtag sitzen?

Der Grund, warum auch in arabischen Ländern manche Menschen mit Hitler sympathisieren, liegt m.E. an einer mangelnden Bildung und einer einseitigen Wahrnehmung des Israel-Palästina-Konflikts. Die (in der Tat fragwürdige) Politik Israels wird da schnell verallgemeinert und "den Juden" eine natur- oder religionsgegebene Bösartigkeit unterstellt.

Ich glaube, dass der Nahostkonflikts die Wurzel für viele Übel der heutigen Zeit ist, auch für Antisemitismus. Statt zu überlegen, ob man mal den Iran angreifen sollte, sollten sich die USA mal verstärkt auf die Lösung dieses Problems konzentrieren.

Re: Einwanderer als "Buhmänner" #52725
27/01/2005 15:30
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@ Jens, dem schließe ich mich voll an.

Solange es Menschen gibt, die das 3. Reich gloriefizieren, Ausländerfeindlichkeit, Auschwitzlüge probagieren, Sozialschmarotzer ausfindig gemacht haben, ist dieses Thema nicht durch. Daran kann die beste Schule nichts ändern.

LG Günter

Re: Einwanderer als "Buhmänner" #52726
27/01/2005 15:40
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Ganz ehrlich, das wird sich auch in den nächsten 50 Jahren nicht ändern.

Re: Einwanderer als "Buhmänner" #52727
27/01/2005 15:49
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ach ja, eigentlich hat dieses Thema bei Religion nichts verloren.
LG Günter

Re: Einwanderer als "Buhmänner" #52728
27/01/2005 16:08
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Zitat:
Zwar gebe es eine antisemitische Minderheit unter den weltweit mehr als einer Milliarde Muslimen.
Würde man sich die Definition des Wortes "Semit" anschauen, mussten sich diese Leute dann Schmerzen zufügen, das sie selbst zu den Semiten zählen. Das Wort Antisemitismus hat mittlerweile die Bedeutung von Judenhass. Unter den Muslimen wirst Du garantiert eine Mehrheit finden, die die Juden hasst aufgrund der Israelpolitik. Im übrigen stimme ich Jens 100% zu. Ob sich an der Lage mittelfristig ändern wird ist mehr als fraglich, wenn überhaupt dann lannnnnngfristig.

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