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Re: Tunesien und die Religion
#50651
08/03/2004 13:20
08/03/2004 13:20
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Joined: Oct 2003
Beiträge: 568 Wien
Koarlvoda
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@ Claudia Dein Link führt aber zum christlichen Wallfahrtsort Fatima in Portugal und den zugehörigen Weissagungen. Das hat aber mit "Fatimas Hand" ("chamsa") nichts zu tun. Ein Anhänger (Schmuckstück) in Form einer Hand - gelegentlich auch mit einem stilisierten Auge auf der Handfläche ("Abwehrauge") oder dem eingravierten Wort "Allah" - bezieht sich auf Fatima, die fünfte und Lieblingstochter Mohammeds. Die Fünfzahl der Finger wird auch mit jenen Personen in Zusammenhang gebracht, die "Gott unter seinen Mantel genommen" hat: den Propheten selbst, Fatima, Ali, Hassan und Hüseyn. Andere sagen, es seien die fünf Säulen des Islam (Glaubensbekenntnis, Gebet, Almosen geben, Fasten im Ramadhan und die Hadsch) oder die fünf Gebete, die täglich zu verrichten sind. Von einem solchen Amulett versprechen sich diejenigen, die diesen Aberglauben hoch halten, Schutzwirkung vor Unheil, inbes. vor dem bösem Blick. Die "Hand" hängt in vielen Autos und schmückt oft auch Haustüren (gemalt oder als Beschlag), Berberfrauen tragen sie auch als Tätowierung. Sie ist aber auch ein Glücks- und Fruchtbarkeitssymbol. Besonders in unseren Breiten kann damit Frau auch ihre Religionszugehörigkeit signalisieren. Einen solchen Anhänger hat auch Neckermann im Programm (Silber mit Lederband) um € 17,99
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Re: Tunesien und die Religion
#50652
08/03/2004 14:01
08/03/2004 14:01
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Joined: Oct 2003
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Koarlvoda
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Damit Julia auch was zu ihrem Thema bekommt: > Religion prägt ... - Es kommt darauf an wo. In den Touristengebieten immer weniger, aber abseits davon sicher noch. Ob man das nicht besser religiöses Brauchtum nennen sollte? > ... Terrorismus/Fundamentalismus ... - sieht man von Djerba ab - das viele Tunesier noch heute als das Werk von Ausländern halten - würde ich Terrorismus verneinen. Bei Fundamentalismus bin ich mir nicht so sicher: die nach europäischer Mode gekleideten und geschminkten Frauen mit lackierten Fingernägeln, die einander zum Kaffeeklatsch in Lobbybars von Hotels trafen, werden meiner Meinung nach weniger. Auf der anderen Seite gehen immer mehr Stubenmädchen nach dem Dienst fest eingewickelt in ihr Kopftuch und mit bodenlangem Mantel nach Hause. Auch hier im Forum hatten wir kürzlich einen Lehrer, der Standpunkte vertrat ... na ja. > ... Islam ... nur Pflichten - Religiöse Vorschriften - egal welche Religion - sind meist - ich würde sogar sagen immer - als Pflicht formuliert. Es kommt aber auf den Inhalt an. Der ist - bis auf heute Überholtes und von irgendwelchen Eiferern zur Pflicht erklärten Traditionen - immer eine Lebenshilfe für Einzelne oder für das Zusammenleben der Menschen. > Islam verhindert Freuden - na, dass du dich nicht täuschst! > Tunesier sind abergläubisch - ob bei uns deswegen oft ein Rosenkranz oder eine Gebetsschnur auf dem Rückspiegel von Autos hängt, damit ihn die Lenker für die abendliche Andacht nicht lange suchen müssen oder Horoskope boomen, weil die Leute so wenig zum Lachen haben? Karl
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