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Durch Begegnung = Zugang zur Kultur
#41629
18/03/2006 00:32
18/03/2006 00:32
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Joined: May 2001
Beiträge: 1,862
nonameb
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Der Dialog zwischen dem Westen und der islamischen Welt steckt voller Probleme: Immer wieder werden die Nachrichten von Streit geprägt, nicht vom Kulturaustausch. Viele Menschen bemühen sich aber um das Gegenteil.
Die Begegnung erleichtert einen Zugang zur Kultur.
Durch Besuche bei Beduinen und Feilschen auf Basaren etwa. Die Motivation, nach Nordafrika, Arabien und in die Türkei zu reisen, ist bei vielen Deutschen hoch - wenn auch nicht immer aus den gleichen Gründen.
Das Potenzial für Reisen in die islamische Welt ist in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen: Im Januar 2005 lag es einer Umfrage zufolge bei 19,8 Millionen Deutschen im Alter ab 14 Jahren, die sich vorstellen konnten, innerhalb der folgenden drei Jahre zum Beispiel in die Türkei, die Emirate oder nach Nordafrika zu reisen. "Vier Jahre vorher hatte das Potenzial erst bei 16,3 Millionen gelegen", sagt Achim Vielhaber, Vorsitzender des Studienkreises für Tourismus und Entwicklung in Ammerland am Starnberger See.
Zwei Entwicklungen müssten grundsätzlich unterschieden werden, sagt Prof. Martin Lohmann vom Tourismusforschungsinstitut NIT in Kiel: Länder wie Ägypten, die Türkei und Tunesien seien seit etwa 20 Jahren als Ziele "nicht deshalb so gefragt, weil sich die Urlauber nach diesen Ländern gesehnt haben, sondern weil umgekehrt diese Länder die Urlauber haben wollten". Der Bau immer größerer und modernerer Hotels habe entsprechend Nachfrage geschaffen. Auf der anderen Seite stehe der Tourismus in Ländern wie Jordanien, Jemen und Syrien: "Wer dahin fährt, will wirklich die Kultur kennen lernen."
Vielen Urlaubern auf der Suche nach einem Badeziel sei es egal, wo sie landen, beobachtet Lohmann. "Die wollen das Maximale aus ihrem Geld herausholen und stellen fest, dass manche islamischen Länder ihnen Preisvorteile bieten." Das kulturelle Angebot des Gastgeberlandes werde dann als "Accessoire" akzeptiert.
Immer häufiger ist Urlaub in Antalya oder Hurghada dabei ein "All-inclusive"-Aufenthalt. Oft genug wird diese Urlaubsform dafür gescholten, dass sie Kontakte mit der lokalen Bevölkerung unterbinden. ""All-inclusive" hat ein schlechtes, aber auch ein schräges Image", sagt Achim Vielhaber. "Klar gibt es Urlauber, die die Anlagen nicht verlassen. 50 bis 60 Prozent der Gäste gehen inzwischen jedoch raus, um Land und Leute kennen zu lernen."
Aus Sicht des Experten ist es die Aufgabe von Veranstaltern und Zielgebieten, "neugierig zu machen und Interesse an spannenden Orten außerhalb der Hotelzonen zu wecken". Wichtig sei es, zu entdecken, was Vielhaber die "Mitte des Landes" nennt: jene Realität, die zwischen den Hochglanzbildern der Reisekataloge einerseits und den Schreckensbildern in den Nachrichten andererseits angesiedelt ist.
Traditionell im Mittelpunkt stehen Begegnungen mit Land und Leuten bei Studienreisen-Veranstaltern. Durch Dialog einen Kontrapunkt zum oft beschworenen "Kampf der Kulturen" setzen will zum Beispiel Dr. Tigges/GeBeCo in Kiel. "Gerade in Zeiten wie jetzt ist es wichtig, in islamische Länder zu reisen", sagt Sprecherin Julia Zur Weihen. "Wir wollen Völkerverständigung betreiben und zeigen, dass der gelebte Islam anders ist, als die Fundamentalisten ihn darstellen", sagt auch Studiosus-Sprecher Dietsch. Verstärkt Nachfrage gebe es nicht nur für Ägypten- und Türkei-Reisen, sondern allen anti-westlichen Demonstrationen in diesen Ländern zum Trotz auch für Syrien und Iran.
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