Es klingt verheißungsvoll: "Urlaub wird im nächsten Winter fast überall billiger, so billig wie schon lange nicht mehr", lautet die Botschaft der Reiseveranstalter. Häufig ist von Preissenkungen um durchschnittlich elf Prozent die Rede, für einige Ziele sollen es sogar bis 25 Prozent sein. Hinzu kommen noch Abschläge für bestimmte Reisetermine und Frühbucher-Rabatte bis 25 Prozent. Das alles soll die lahmende Reiselust anstacheln. Doch bei näherem Hinsehen entpuppt sich manche Super-Offerte als gar nicht so traumhaft.
Die Durchsicht der konkreten Katalogangebote ergab keinen einzigen Frühbucher-Rabatt von 25 Prozent. Nicht selten liegen Frühbucher-Ermäßigungen nur leicht über bisherigen Vorsaison-Abschlägen. Etliche Angebote sind nicht billiger, sondern sogar teurer geworden sind. Es gibt Ziele, bei denen an einer Stelle aufgeschlagen wurde, was an anderer Stelle - meist durch Frühbucher-Rabatte - wieder abgezogen wird. Vielfach wurden bisher inkludierte Leistungen (z. B. Einzeltransfer vom und zum Flughafen) aus dem Angebot herausgenommen. Die Extras können nunmehr gegen Extra-Gebühr zugebucht werden. Die Herausnahme von Extras aus dem Paket dient wohl vorrangig dem Zweck, den Grundpreis optisch billiger erscheinen zu lassen.
Mit welchen Tricks die Winterkataloge arbeiten, macht ein Paradebeispiel aus dem Karibik-Katalog der TUI deutlich. Jamaika wird laut TUI-Ankündigung um rund 15 Prozent billiger. Und das Hotel "Grand Lido Braco" auf Jamaika bietet laut Veranstalter die Rekord-Frühbucher-Ermäßigung von 336 Euro pro Person und Woche. Die erste Enttäuschung beim Blick in den Katalog: Der Superbonus gilt nur für die besonders teure Junior-Suite. Wer ab 25. Dezember für zwei Wochen mit Flug ab Frankfurt die Suite ohne Frühbucher-Abschlag bucht, zahlte letzten Winter 5299 Euro. Im kommenden Winter sind es 5445 Euro - 146 Euro oder 2,8 Prozent mehr. Voriges Jahr sparte der Frühbucher bei dieser Reise 370 Euro oder sieben Prozent. Gegenüber dem dieses Jahr erhöhten Normalpreis spart der Frühbucher wegen des erhöhten Rabatts 672 Euro oder 12,3 Prozent. Im Vergleich zum Frühbucherpreis des vorigen Jahres sinkt der Endpreis jetzt allerdings nur um 156 Euro oder 3,2 Prozent.
Ein anderes Beispiel: In der ITS-Hitliste der höchsten Preissenkungen steht das "Primasol Pafian Park" (Zypern) ganz vorn. Zwei Wochen seien da um 24 Prozent billiger zu haben als letzten Winter. Der konkrete Vergleich ergibt: Wenn Eltern mit einem Kind für den 20. November dieses Hotel mit Flug ab Düsseldorf buchen, zahlen sie ohne Frühbucherrabatt nur neun Prozent, mit Rabatt zwölf Prozent weniger als voriges Jahr. Ungünstigere Saisonzeiten und ein erhöhter Kinderfestpreis zehren einen Großteil der Preissenkung auf. Merke: Trotz vieler erfreulicher Preissenkungen und erhöhter Frühbucher-Rabatte gilt weiterhin, dass die Reiseveranstalter nichts zu verschenken haben.