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Schul-Gebetsräume
#241657
13/03/2008 15:21
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Vic
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Gerichtsentscheidung Lehrergewerkschaft will keine Schul-GebetsräumeEin muslimischer Schüler hat sich sein Recht in seiner Weddinger Schule zu beten vorerst vor Gericht erstritten. Die Lehrergewerkschaft GEW kritisiert nun vor allem, dass der Schüler einen speziellen Raum zum Beten bekommen soll. Die GEW forderte den Senat auf, sich vor Gericht gegen die vorläufige Entscheidung einzusetzen. Von dpa/sh/KNA/kö Die Anordnung des Berliner Verwaltungsgerichts, wonach einem muslimischen Gymnasiasten an der Schule Gelegenheit zum Beten gegeben werden muss, ist auch bei der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) auf Kritik gestoßen. Mit Unverständnis reagierte die GEW vor allem darauf, dass die Richter dem Schüler auch die Einrichtung eines Betraumes zugestanden. Das friedliche Miteinander verschiedener Kulturen und Glaubensrichtungen werde so nicht gefördert, sondern erschwert, hieß es in Stellungnahme der GEW. "Die Berliner Schule hat einen gemeinsamen Bildungs- und Erziehungsauftrag für alle Berliner Schülerinnen und Schüler. Dieser Auftrag kann nur in einem weltanschaulich und religiös neutralen Rahmen erfüllt werden. Wir fordern die Bildungsverwaltung auf, alles dafür zu tun, dass sich dieser Grundsatz in der Hauptverhandlung durchsetzt", erklärte die GEW-Landesvorsitzende Rose-Marie Seggelke. Die 3. Kammer hatte am Dienstag eine einstweilige Anordnung erlassen, wonach ein muslimischer Schüler des Diesterweg-Gymnasiums in Wedding vorläufig einmal täglich sein Gebet nach islamischem Ritus in der Schule, aber außerhalb der Unterrichtszeit abhalten darf. Zur Begründung seiner Entscheidung hatte das Gericht erklärt, der Schüler könne sich auf seine Religionsfreiheit nach Artikel 4 des Grundgesetzes berufen. Das Recht auf Religionsfreiheit schließe auch ein, "den Glauben zu bekunden". Um der Gefahr einer demonstrativen Form des Gebets zu begegnen, könnte dem Schüler durch entsprechende Organisation "ein ungestörtes Beten in einem für andere nicht ohne weiteres zugänglichen Bereich des Schulgeländes ermöglichen", hieß es vom Gericht. Auf die Schule gehen Schüler 30 verschiedener Nationalitäten Schulsenator Jürgen Zöllner (SPD) hatte bereits angekündigt, eine mögliche Beschwerde gegen die einstweilige Anordnung beim Oberverwaltungsgericht prüfen zu lassen. Über die eingereichte Klage des Schülers entscheidet das Verwaltungsgericht voraussichtlich erst in einigen Monaten nach einer Hauptverhandlung abschließend. Die Schule hat vorerst dafür gesorgt, dass dem Schüler ein geeigneter Raum zur Verfügung steht. Die stellvertretende Schulleiterin Barbara Grenzius, sagte: "Wir hoffen, dass die Debatte das Thema Integration erneut in den Vordergrund bringt.". An ihrer Schule gebe es Schüler 30 verschiedener Nationalitäten, die tolerant miteinander umgingen. Etliche, darunter viele Schüler muslimischen Glaubens, befürchteten nun allerdings, dass das friedliche Miteinander gefährdet werden könnte, wenn sich bestimmte Tendenzen durchsetzen würden. Schließlich gebe es an der Schule Schüler verschiedener Glaubensrichtungen, die alle andere Gewohnheiten hätten, wenn es um das Praktizieren ihres Glaubens gehe. Auch in der Berliner CDU und bei den Grünen war die Gerichtsentscheidung auf Kritik gestoßen, weil sie die Integration ausländischer Schüler behindern könne. Stand: Donnerstag, 13. März 2008, 12:13 Uhr Quelle: http://www.morgenpost.de/desk/1795391.html
Mag sein, daß Stille Zufriedenheit sei; doch ich sage euch, daß gerade in der Stille Widerstand, Auflehnung und Verachtung wohnen. *Khalil Gibran*
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Re: Schul-Gebetsräume
[Re: Vic]
#241660
13/03/2008 15:23
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Bet-Erlaubnis: Kritik selbst von Muslimen Gerichtsbeschluss sorgt für heftige Debatte - Politiker und Elternvertreter befürchten Probleme bei der Integration Von Regina Köhler Das Berliner Verwaltungsgericht hat am Dienstag verkündet, dass ein muslimischer Schüler des Diesterweg-Gymnasiums Wedding einmal täglich sein Gebet nach islamischem Ritus in der Schule, aber außerhalb der Unterrichtszeit abhalten darf. Um diesen Beschluss ist jetzt eine heftige Diskussion entbrannt. Die Schule halte sich an die einstweilige Anordnung des Gerichts und habe dem Schüler einen geeigneten Raum zur Verfügung gestellt, sagte Barbara Grenzius, stellvertretende Schulleiterin der Diesterweg-Schule. "Wir hoffen, dass die Debatte das Thema Integration erneut in den Vordergrund bringt", fügte sie hinzu. An ihrer Schule gebe es Schüler 30 verschiedener Nationalitäten, die tolerant miteinander umgingen. Etliche, darunter viele Schüler muslimischen Glaubens, befürchteten nun allerdings, dass das friedliche Miteinander gefährdet werden könnte, wenn sich bestimmte Tendenzen durchsetzen würden. Schließlich gebe es an der Schule Schüler verschiedener Glaubensrichtungen, die alle andere Gewohnheiten hätten, wenn es um das Praktizieren ihres Glaubens gehe. "Die Bildungsverwaltung kann innerhalb von 14 Tagen gegen den Beschluss Beschwerde einlegen", sagte Stephan Groscurth, Sprecher des Verwaltungsgerichts. In diesem Fall würde das Oberverwaltungsgericht entscheiden, ob der Beschluss richtig ist. Bis dahin müsse die Schule dem Beschluss nachkommen. Ein endgültiges Urteil werde im Hauptverfahren gefällt, das im Laufe des Jahres stattfinden dürfte. Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) hat gestern eine Prüfung der Entscheidung des Verwaltungsgerichts angekündigt. Der Schüler Yunus M. (14) war im vergangenen November aufgefallen, als er mit sieben anderen in einer Pause in der Ecke eines Flurs gebetet hat. Die Schulleitung des Diesterweg-Gymnasiums hat sich daraufhin gegenüber den Eltern auf das Neutralitätsgebot des Staates berufen und weitere religiöse Bekundungen in der Schule untersagt. Das bewog den Schüler und seine Eltern, dagegen vor Gericht zu klagen. Beschluss dient nicht der Integration Bernd Böttig, Schulleiter der Eberhard-Klein-Hauptschule in Kreuzberg, befürchtet, dass etliche Schulen Probleme bekommen könnten, wenn mehr Eltern Gebetsräume fordern. Schon die Fastenzeit sei nicht einfach, weil sich die Schüler in dieser Zeit nur schwer auf den Unterricht konzentrieren könnten, sagte er. "Der Beschluss des Verwaltungsgerichts wird die Kluft zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen in dieser Stadt vertiefen", warnte Özcan Mutlu, bildungspolitischer Sprecher der Grünen. Die Vorgabe des Gerichts sei weltfremd. Viele Schulen hätten nicht die Möglichkeit, entsprechende Gebetsräume einzurichten. "Hinzu kommt, dass Gebetszeiten im islamischen Glauben stets variieren und es den Schulen unmöglich sein dürfte, auf derart religiös-weltanschauliche Bedürfnisse Rücksicht zu nehmen", so Mutlu. Teilnahme am Sportunterricht verbindlich Auch Detlef Bathe, Gesamtelternvertreter der Diesterweg-Schule, hat Bedenken. "Klar ist, dass jeder seine Religion ausüben darf. Das steht im Grundgesetz", sagte er. Fraglich sei aber, ob die Schule dafür der richtige Ort ist. Safter Cinar, Vorsitzender des Türkischen Elternvereins, geht davon aus, dass künftig mehr Schüler in der Schule beten wollen. "Grundsätzlich habe ich nichts dagegen", sagte er. "Klargestellt werden muss allerdings, dass, wenn sich die Eltern diesbezüglich auf das Grundgesetz berufen, sie andererseits auch verpflichtet sind, ihre Töchter am Sexualkunde- und Sportunterricht teilnehmen zu lassen." Die Schulen dürften es nicht mehr hinnehmen, wenn dies nicht geschehe. Aus der Berliner Morgenpost vom 13. März 2008 Quelle: http://www.morgenpost.de/content/2008/03/13/berlin/951809.html
Mag sein, daß Stille Zufriedenheit sei; doch ich sage euch, daß gerade in der Stille Widerstand, Auflehnung und Verachtung wohnen. *Khalil Gibran*
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Re: Schul-Gebetsräume
[Re: Vic]
#241661
13/03/2008 15:24
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Streit über islamisches Gebet an Schule Senator Zöllner lässt Beschluss prüfen: Gymnasium in Wedding muss Bet-Raum für 14-Jährigen bereitstellen Berlin - Berlins Schulsenator Jürgen Zöllner (SPD) hat eine Prüfung der Entscheidung des Verwaltungsgerichts über das islamische Gebet eines Gymnasiasten in der Schule angeordnet. Das Gericht hatte am Dienstag verkündet, dass Yunus M., muslimischer Schüler des Diesterweg-Gymnasiums in Wedding, einmal täglich sein Gebet nach islamischem Ritus in der Schule, aber außerhalb der Unterrichtszeit abhalten darf. "Yunus M. könnte zum Präzedenzfall werde", sagte Barbara Grenzius, stellvertretende Schulleiterin des Diesterweg-Gymnasiums. Zöllner teilte gestern mit, das Gebet müsse sich "in jedem Fall störungsfrei in den Schulbetrieb einfügen". Es gelte sicherzustellen, dass die Schule weltanschaulich und religiös neutral sei. Die Schulleitung hatte dem Schüler, der ursprünglich fünfmal am Tag beten wollte, seinen Wunsch untersagt und war vor Gericht abgewiesen worden. Die Gerichts-Entscheidung stieß bei der CDU-Fraktion des Abgeordnetenhauses auf Ablehnung. Mit der einstweiligen Anordnung zugunsten des Schülers sei die Neutralität an den Schulen in Gefahr, sagte der bildungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Sascha Steuer laut Mitteilung. Zudem könne sich das Urteil negativ auf die Integration auswirken. Senator Zöllner wies darauf hin, dass bis zu einer endgültigen juristischen Klärung die Verantwortlichen in der Schule in der Pflicht stünden, dem Beschluss Folge zu leisten. Özcan Mutlu, bildungspolitischer Sprecher der Grünen, bezeichnete den Beschluss des Verwaltungsgerichts als Gift für die Integration. "Das wird die Kluft zwischen Muslimen und Nichtmuslimen in der Stadt vertiefen", sagte Mutlu. André Schindler, Vorsitzender des Landeselternausschusses, bezeichnete den Beschluss des Verwaltungsgerichts als falsch, weil er integrationshemmend sei. "Ich gehe davon aus, dass er revidiert wird." Das Gericht hatte erklärt, der Schüler könne sich auf seine Religionsfreiheit nach Artikel 4 des Grundgesetzes berufen. Das Recht auf Religionsfreiheit schließe auch ein, "den Glauben zu bekunden". Die Schule habe ihrerseits nicht darstellen können, dass es durch das Gebet des muslimischen Schülers zu Beeinträchtigungen im Schulbetrieb kommen könne. Die Schule könne dem Schüler durch entsprechende Organisation "ein ungestörtes Beten in einem für andere nicht ohne Weiteres zugänglichen Bereich des Schulgeländes ermöglichen". Damit könne der Gefahr einer demonstrativen Form des Gebets begegnet werden. BM Aus der Berliner Morgenpost vom 13. März 2008 http://www.morgenpost.de/content/2008/03/13/berlin/951856.html
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Re: Schul-Gebetsräume
[Re: Kayla]
#241719
13/03/2008 20:40
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Joined: Jan 2005
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sahlia
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hallo!!  also ich bin der meinung, dass man diese themen immer viel zu ernst nimmt. mir wurde an meiner berufschule von einem lehrer angeboten, ob ich nicht beten möchte, da sie mal einen gebetsraum für muslime eingerichtet haben. ich habs dankend abgelehnt, da ich immer pünktlich zum mittagsgebet wieder zu hause war. aber es hätte niemanden gestört, wenn ich sein angebot angenommen hätte. wenn meine freunde in den pausen zum rauchen oder so raus gegangen sind, hätte ich locker die zeit gehabt zu beten und niemand hätte es wahrscheinlich gemerkt. ich mein ist ja nicht so, dass der erwähnte schüler sich in die pausenhalle stellt und zum gebet aufruft. und es ist wahrscheinlich auch nicht so, dass die schule ein großen unterrichtsraum für seine gebete opfern musste. er geht nun einfach beten und nach einiger zeit wird es wohl kam noch jemand mitkriegen. es wurde ja klar bestimmt, dass seine gebete den schulablauf nicht stören dürfen. und er wird wohl nicht mitten im unterricht oder während einer klassenarbeit aufstehen und einfach beten gehen. ein gebet dauert doch ungefähr 5 minuten. andere gehen eine rauchen, dieser schüler geht eben beten. und ich glaub, dass christen genau so beten dürften, wenn sie wollten, aber das ist wohl eher unwahrscheinlich, gerade weil christen ja an keine bestimmten gebetszeiten gebunden sind. ich habe auch schon von muslimen gehört, die unter dem treppengelände oder in irgendeiner ecke beten. die frage, die man sich dann stellen muss, ist: was hilft der integration wohl mehr weiter. wenn das thema offen angesprochen wird und man eben ein gebetsraum einrichtet, oder wenn man in der großen pause beim vorbeigehen eine gruppe von muslimen in einer ecke sieht, wie sie beten. das ist meine meinung dazu basierend auf den erfahrungen, die ich zu dem thema hab. liebe grüße 
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Re: Schul-Gebetsräume
[Re: tunisian_chicka]
#242059
16/03/2008 23:31
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Joined: Jan 2005
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sahlia
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guten abend tunisian chicka (und alle anderen)  bei dir scheint es für dich ja gut zu klappen. aber wenn man bspw. auf einer ganztagsschule wäre, dann müsste man mind. 3 gebete zusammenbeten. und das ist als dauerzustand bestimmt nicht besonders prickelnd. man soll die gebete wenn möglich schon in der dafür vorgesehenen zeit beten, außer wenn man es absolut nicht schafft. also wenn man stark mit seiner religion verbunden ist, sollte man gerade versuchen die zeiten einzuhalten und sich nicht darauf ausruhen, dass man ja alles nachbeten kann. es gibt menschen, die alles stehen und liegen lassen und sogar auf der straße beten, wenn der gebetsaufruf ertönt (natürlich in anderen ländern, nicht hier).man muss es halt abwiegen. wenn ich die möglichkeit hätte in der schule zu beten, dann würde ich diese auch nutzen. und deswegen finde ich es überhaupt nicht blödsinnig. außerdem würden "mini synagogen" bzw. kappellen selbst von gläuben juden oder christen nicht genutzt werden, da diese keine bestimmten gebetszeiten haben wie wir. ich kann dich gut verstehen, da ich auch oft meine gebete aus zeitlichen gründen zusammen beten muss, aber ich finde das schade und würde mich echt freuen, wenn ich die möglichkeit hätte in der schule oder so zu beten. also mich freut es jedenfalls, dass der schüler recht bekommen hat. wenn er kein recht bekommen hätte, würde er wahrscheinlich wie andere bereits vor ihm in irgendeiner schulecke bete. von daher... schönen abend noch 
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