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Arbeitsleben, bzw. die neue Art der Sklaverei in Deutschland
#22368
21/10/2005 10:55
21/10/2005 10:55
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Joined: Oct 2002
Beiträge: 41 Augsburg
Petra J.
OP
Member
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OP
Member
Joined: Oct 2002
Beiträge: 41
Augsburg
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Hallo an alle, bestimmt ist es euren Männern auch schon so ergangen, dass sie vermutlicher Weise besonders aufgrund der Sprachschwierigkeiten noch keine “guten“ Jobs bekommen, falls sie überhaupt schon die Arbeitserlaubnis haben. Mein Mann hat ja die Arbeitserlaubnis glücklicher Weise gleich bekommen weil er ja in Bonn geboren ist. Nachdem er ja vormittags bis ca. 13.00 Uhr den Deutschkurs besucht, kommt bei der Arbeitssuche noch eine weitere (von den anderen “Einschränkungen“ durch den Glauben mal abgesehen) dazu. Also, haben wir eine Stelle als Küchenhilfe bekommen. In einem Restaurant in Gersthofen, das sich auf karibische Spezialitäten spezialisiert hat. 6 Euro Stundenlohn. Schuften wie ein Tier und die Behandlung war auch nicht anders. Jeder Toilettengang wurde vom Chef mit “in einer Minute bist du zurück“ dokumentiert, wobei die anderen Mitarbeitern aber einfach zur Toilette gingen. Von seltsamen Späßen wie:"du kannst ja am Platz dein Geschäft verrichten" usw. mal ganz abgesehen und einem weiteren “Spaß“ mit vor den Bauch gehaltenem Messer des Chefs gegenüber meinem Mann… Als er dann zu meinem Mann bei der Arbeit “halt die Klappe“ entgegen brachte und mein Mann dann sagte, man könne auch anders mit ihm sprechen (sinngemäß), war der Job für uns und ebenfalls für den Chef (wie wir jetzt auch wissen, nachdem ich nicht meinen Arsch wie von ihm gewünscht dort hin bewegt habe). Auf diesen Job - wie gesagt - legten wir beide keinen Wert, weil Arbeiten nichts mit Erniedrigung und Sklaverei zu tun hat… Mittlerweile allerdings sollte das Geld überwiesen werden, was bis jetzt noch nicht geschehen ist. Beim Nachfragen bekamen wir wieder einige doch widersprüchliche Informationen, wie: das Geld kam zurück, weil die Kontonummer nicht richtig war (ich war aber neben meinem Mann als er diese durch gegeben hat? sie wissen nicht wie viel er gearbeitet hat, er soll seine Stunden durch geben (als mein Mann seine Stunden eintragen wollte, sagte allerdings die Vorgesetzte, sie würde dies erledigen)… dann teilte mein Mann ihr diese mit, dann sagte sie, sie müsste die genauen Tage und Stunden wissen… So, wie gesagt, bis jetzt immer noch kein Geld für diese Schufterei und Sklaverei. Auf zum nächsten Job. In einem (fast landsmännischen, gut situierten Lokal). Wie toll, bei Ramadan könnte er sogar mit der Familie essen, kurz Pause machen. Solle aber als Kellner arbeiten mit 6-Tage Woche, im Durchschnitt zwischen 8-10 Stunden, für insgesamt 700 Euro im Monat. Und das ohne Trinkgeld, weil der Chef immer selber kassiert… Wir haben uns das ausgereechnet, das wären ca. 4 Euro Stundenlohn… Willkommen in der Sklaverei… Wie sind eure Erfahrungen, bzw. der eurer Männer?
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Re: Arbeitsleben, bzw. die neue Art der Sklaverei in Deutschland
#22370
21/10/2005 11:42
21/10/2005 11:42
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Anonym
Nicht registriert
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Anonym
Nicht registriert
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Hallo Petra,
so ähnlich ist das bei uns auch. Mein Mann kam Anfang 2004 nach Deutschland und begann dann mit den Deutschkursen am Vormittag. Einen Job fand er im November des selben Jahres und wie so viele bei McDo (Std.-Lohn EUR 5,84 brutto). Dort arbeitet er jetzt immernoch, denn so lange er die Sprachkurse macht hat er keine Möglichkeit einen Vollzeitjob anzunehmen logischerweise aber solange er bei McDo im Schichtdienst ist, musste er eine lange Pause einlegen mit dem Deutschkkurs weil der Chef nicht bereit war ihn für 2 Monate am Stück nur nachmittags einzuteilen. Das ist eine Zwickmühle: ohne Mc kein Deutschkurs aber mit Mc zieht sich das mit dem Deutschkurs so unendlich hin weil er monatelang auf´s OK warten muss, oft wurde ihm ein geeigneter Schichtplan zugesagt und letztendlich war´s kurz vor knapp dann doch nicht so!! Jetzt fehlt ihm noch ein Kurs, muss dann wieder beim Chef betteln 2 weitere Monate zu bekommen, hoffentlich klappt das denn dann könnte er sich endlich nach was anderem umschauen!
Was die Behandlung der Mitarbeiter angeht, da muss ich wohl nicht viel sagen. Ihnen wird eingebläut, dass wenn sie nicht so spuren, wie der Boss will, draußen eine Schlange arbeitswilliger Leute wartet - also könnt ihr euch den Rest denken!
@carrie
Da hat dein Mann echt Glück, was arbeitet er denn am Flughafen? Und wie seid ihr an den Job gekommen?
LG Sena
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Re: Arbeitsleben, bzw. die neue Art der Sklaverei in Deutschland
#22371
21/10/2005 11:52
21/10/2005 11:52
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Joined: Sep 2004
Beiträge: 272 münchen
carrie
Member
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Member
Joined: Sep 2004
Beiträge: 272
münchen
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ja, bis jetzt läuft alles perfekt - manchmal denke ich mir zu perfekt und dann bekommen ich angst das alles aus den fugen geraten könnte! er arbeitet bei der lufthansa im catering, d.h. er muss die wägen von den stuardessen auffüllen, mit getränken. der job ist nicht sehr schwer und macht ihm spaß. allerdings arbeitet er auch schicht, was ihn aber bis jetzt nicht stört. ich habe die stelle im internet gesehen, und einfach mal so - just for fun - eine bewerbung für ihn losgeschickt. zu diesem zeitpunkt war sein deutsch noch sehr schlecht. wochen später, ich hatte die bewerbung schon wieder vergessen, rief die dame von der lufthansa an. mein mann war noch in der schule und ich sagte er wird gegen nachmittag zurückrufen. zum glück war ich an diesem tag zu hause. als er heim kam, rief er an, ich stellte den lautsprecher ein, wenn er was nicht verstand, sagte ich ihm was er antworten soll. sie vereinbarten ein vorstellungsgespräch zu dem ich ihn gefahren habe. mit reingehen konnte ich nicht, außerdem sollte er auch mal was alleine schaffen. naja, zu meiner überraschung kam er raus und hatte einen vertrag in der hand... ![[tanz1]](graemlins/tanz1.gif)
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