Auch Deutsche unter den Verletzten


Bei der Anschlagsserie auf Bali sind nach Erkenntnissen des Auswärtigen Amtes mindestens zwei Deutsche leicht verletzt worden. Dabei handelt es sich den Angaben zufolge um einen Mann und eine Frau. Ob auch Deutsche ums Leben kamen, ist weiter unklar. Bei den Anschlägen waren gestern neben den Attentätern mindestens 23 Menschen in den Tod gerissen und mehr als 100 weitere verletzt worden. Nach Krankenhausangaben sind unter den Todesopfern zwölf Indonesier, zwei US-Bürger, zwei Australier und ein Japaner.



Unterdessen laufen die Ermittlungen der indonesischen Behörden weiter auf Hochtouren. Nach neuesten Erkenntnissen wurden die Anschläge von Selbstmordattentätern verübt. Drei Männer seien am Samstag mit Sprengstoffrucksäcken in Restaurants am Strand von Jimbaran und in Kuta gegangen und hätten fast zeitgleich die Explosionen ausgelöst, sagte ein Generalmajor. Die Tatausführung deute zudem daraufhin, dass die radikalislamistische Gruppe Jemaah Islamiya (JI) hinter der Tat stecke. Sie weise Parallelen zu früheren Anschlägen der Gruppe auf. Jemaah Islamiya gilt als Arm der Terroroganisation Al Kaida in Indonesien.

Die indonesische Polizei versetzte die Sicherheitskräfte in der Hauptstadt Jakarta in höchste Alarmbereitschaft. Rund 18.000 Polizisten wurden abgestellt, um Botschaften und andere mögliche Anschlagsziele zu schützen. Der Deutsche Reisebüro- und Reiseveranstalterverband riet Urlaubern, die eine Bali-Reise gebucht und noch nicht angetreten haben, sich sofort bei ihrem Reiseveranstalter zu melden.

Weltweites Entsetzen

International wurden die Anschläge mit Bestürzung aufgenommen. UN-Generalsekretär Kofi Annan sagte, Bali sei erneut Schauplatz einer terroristischen Gräueltat geworden. Der australische Ministerpräsident John Howard erklärte, die verübten Attentate zielten darauf, der moderaten Regierung Indonesiens zu schaden. Bundeskanzler Gerhard Schröder betonte, er werde die Entschlossenheit der internationalen Gemeinschaft im Kampf gegen Terrorismus weiter stärken.

Der indonesische Präsident Susilo Bambang Yudhoyono warnte in einer Fernsehansprache vor weiteren Anschlägen. Der Regierungschef hatte bereits Ende August davon gesprochen, dass es innerhalb von zwei Monaten zu einem terroristischen Angriff kommen könne.

Die Explosionen hatten sich gestern am frühen Abend (Ortszeit) im Abstand weniger Minuten in Restaurants am Strand Jimbaran und im etwa 30 Kilometer entfernten Kuta ereignet. Das Gebäude in Kuta, in dem sich auch ein von einem Deutschen betriebenes Restaurant befindet, wurde schwer beschädigt. Der Sprengsatz explodierte offenbar im ersten Stock des Restaurants. Die Strandrestaurants in Jimbaran wurden bei den Anschlägen vollständig zerstört.

Mehr als 200 Opfer bei Anschlag vor drei Jahren

Auf Bali hatten in den vergangenen Jahren islamistische Terroristen mehrere Attentate verübt. Am folgenschwersten war der Anschlag vom 12. Oktober 2002. Damals wurden in Kuta 202 Menschen in den Tod gerissen, unter ihnen sechs Deutsche. Zwei der mutmaßlichen Attentatsplaner sind bis heute auf der Flucht. Drei weitere Beteiligte wurden zum Tode und zwei zu lebenslanger Haft verurteilt. Die indonesischen Behörden machen Jemaah Islamiya auch für die damaligen Anschläge verantwortlich.

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