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Landwirtschaft eingestellt ?
#186922
13/11/2006 13:12
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Joined: Feb 2003
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Kasi
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Hallo! Kann mir jemand bitte eine Frage bzgl. der Landwirtschaft (Milchverkauf) in Tunesien beantworten? Ist es wahr, das der Milchverkauf in Tunesien nicht mehr erlaubt ist? Meine Schwiegermutter hat (bis vor einer Woche) Ihren Lebensunterhalt,durch den Verkauf ,Ihrer Kuhmilch an eine Molkerrei,bestritten. Doch nun hat dies der President angeblich verboten. Die Milch solle aus dem Ausland eingeführt werden. Genauso wenig dürfen im Geschäft weiter Hähnchen weiterverkauft werden. Ist das richtig? Ist das richtig? Weiss da jemand etwas genaues? Vielen Dank! Kasi 
Last edited by Kasi; 13/11/2006 13:13.
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Re: Landwirtschaft eingestellt ?
[Re: Claudia Poser-Ben Kahla]
#186931
17/11/2006 12:49
17/11/2006 12:49
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Joined: Feb 2003
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Kasi
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Antwort auf:
Ich hoffe das diese Bauern dies schaffen
Hallo Claudia, das hoffe ich auch sehr. Meine Schwiegermutter weiss leider zur Zeit nur noch nicht wie.
Ich hoffe es wird bald eine Lösung geben.
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Re: Landwirtschaft eingestellt ?
[Re: annadi]
#186933
18/11/2006 03:25
18/11/2006 03:25
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...wie von oben Entscheidungen getroffen werden, die Existenzen ruinieren können...
Ich glaube, das dies nicht den Kern des Problems angeht, es mag hier um Hygiene-Vorschriften gehen, doch auf mittlere Sicht dürften viele "Nebenerwerbsquellen" in Tunesien gänzlich wegfallen, wenn die Wirtschaft dynamisiert wird (und dazu gehört es z.B. auch, den Aufwand für Lebensmittelprüfungen zu zenralisieren und Zusatz-Aufwand für eventuelle Prüfung Kleinmengen zu eliminieren). Spätestens, wenn die ersten Supermärkte westlichen Zuschnitts (a la Aldi/Lidl), oder Baumärkte hier aufmachen, werden reihenweise Mini- und Midi-Existenzen vernichtet werden, doch die jetzige, ich sage das mal salopp, Bauchladen-Struktur ist nicht zukunftsweisend. Carrefour, Promogro, Geant City oder Monoprix etc. sind ja strenggenommen nur eher putzige Versuche von Einkaufzentren und Supermärkten, Fuß zu fassen. Zusätzlich dürfte nach dem vollständigen Inkrafttreten des Abkommens zwischen der EU und Tunesien auch noch einiges zu erwarten sein, und die freie Konvertibiliät des Dinars könnte auch schon nächstes Jahr ins Haus stehen. Das alles wird wohl viele Verhältnisse hier verändern, sowohl für die Wirtschaft, als auch für die Leute. Zur Zeit hält sich Europa mit Investitonen noch relativ bedeckt und läßt anderen arabischen Staaten den Vortritt (die aber kaum wirkliche Arbeitsplätze schaffen, da fast alle Innovationen und Produktionsmethoden nicht aus arabischen Ländern stammen). Immerhin sprießen die Call-Center schon wie Pilze aus dem Boden, das dürfte ein erstes Anzeichen sein.
Wie die Regierung es anstellt, die Leute darauf vorzubereiten, ist eine andere Sache - da sehe ich Defizite, ebenso wie z.B. in der Vorbereitung auf den baldigen Wegfall eines großen Teiles der Textilexporte (wegen des Inkraftretens des Textilienabkommens zwischen Europa und China), der hier überhaupt nicht thematisiert wird.
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Re: Landwirtschaft eingestellt ?
[Re: annadi]
#186936
18/11/2006 16:57
18/11/2006 16:57
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...macht dich das nicht traurig...
Hmmm - schwierige Frage, denn ich bin ja kein Tunesier und insofern nicht gefühlmäßig "vorbelastet" in Bezug auf Kindheits- und Jugenderinnerungen und Erlebnissen, sondern sehe nur den Ist-Zustand. Und da überwiegt, ehrlich gesagt, die Genervtheit, daß ich, wenn ich etwas fürs Haus brauche, manchmal den halben oder gar ganzen Tag durch Geschäfte unterwegs zu sein, um dies (oder dies in der Menge, die ich brauche) einzukaufen, oder wirklich qualifiziete Auskünfte zu erhalten. Um es einmal so auszudrücken: die "Reibungsverluste" sind höher, als der "Gewinn" in Form von Vielfalt oder Abwechslung. Das stellt sich sicherlich anders dar, wenn man sich nur gelegentlich im Lande aufhält und dann nicht nur in einer anderen Stimmung ist, sondern auch mal "Fünfe gerade" sein läßt und der Zeitfaktor keine Rolle spielt. Jetzt könnte man natürlich entgegnen, daß mich niemand zwingt, hier zu leben und daß dies eben das "typische" Leben oder "Lokalkolorit" ausmache, doch das ist eine zu romantische Sicht der Dinge, denn die wirtschaftliche oder soziale Situation eines Landes bestimmt sich ja nicht aufgrund des "Abenteuergefühls" oder der idealisierenden Gefühle, die jemand, der den größten Teil des Jahres in anderen Verhältnissen lebt, beim Aufenthalt empfindet. Tatsache ist eben, daß Arbeit oft ineffektiv verrichtet wird, mangelnde Qualität und Verläßlichkeit und Zeitverschwendung erhebliche Einbußen für die Wirtschaft und somit unmittelbar auch für die darin arbeitenden Menschen zur Folge haben - und darüber, ob sich Lebensqualität darin ausdrückt, daß man den ganzen Tag über locker lebt und am Ende dennoch nichts wesentliches erreicht hat, oder darin, daß man die notwendigen Dinge in kurzer Zeit und guter Qualität verrichtet und danach dann die Freizeit luxuriöser und entspannter genießen kann, läßt sich natürlich trefflich streiten. Einen Hinweis mag jedoch die Zahl der Menschen geben, die in einer bestimmten Struktur leben und diese verlassen wollen (Migranten), und diese Zahl ist in Tunesien nicht gering (und übrigens auch in den letzten 2-3 Jahren in Deutschland, was dort ebenfalls auf eine Verschlechterung der Verhältnisse hindeutet).
Die globalisierte Wirtschaft jedoch (und auch die immer wanderungsfreudigeren Menschen) interessiert dies weniger, denn hier zählen Effektivität und sich immer mehr angleichende Lebensverhältnisse, und der der Reichtum eines Landes entsteht nun einmal aus der Attraktivität, die das Land zuwanderungswilligen Wirtschaftbetrieben und auch zuwanderungswilligen, gut ausgebildeten oder/und reichen Menschen bietet.
Ob also eine Modernisierung traurig macht oder nicht, kann nicht so ohne weiteres gesagt werden - traurig vielleicht, wenn man das Gefühl regieren läßt oder einen romantischen Blick aus dem Zugfenster beim Vorbeifahren wirft, doch langfristig, und aus der Sicht der Betroffenen, ist es sicherlich besser, wenn dauerhafte und gute Arbeitsverhältnisse zunehmend Miniexistenzen ohne wesentliche finazielle Basis und soziale Absicherung ersetzen. Sicherlich ist das ein schmerzhafter Prozess und sicherlich kommen dabei auch viele Menschen "unter die Räder" und ebenso sicherlich wird es dabei auch zu Vorkommnissen führen, die so nicht gewollt sind, doch die Frage ist, ob man zumindest den Versuch unternehmen will, eine bessere Zukunft zu entwickeln oder lieber die Augen schließt und die Fahrt ins absehbare Nirgendwo fortsetzen läßt.
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Re: Landwirtschaft eingestellt ?
[Re: Habiba50]
#186937
18/11/2006 17:12
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...wenn ich sowas sage, dann werde ich schief und ungläubig angesehen = zu "alt" denkend und nicht Fortschrittsfreundlich!...
Das ist eine verkürzende Sicht, denn "kleiner Laden" ist ja nicht ein Synonym für "kein Fortschritt", hier geht es ja eher darum, daß jemand irgend(!)einen Laden eröffnet, um etwas zu verdienen, und nicht um die Fälle, in denen eine "Berufung" dahintersteht, bei denen also jemand eine Laden eröffnet, weil genau diese Tätigkeit die Fokussierung seines Lebenstraumes oder die Manifestation seiner Professionalität ist.
Ein "großer" Laden bitet also nur dann einen Fortschritt, wenn im Hinblick auf Service und Vielfalt einen MEHRwert darstellt, die schiere Größe an sich spielt da keine Rolle. Und, um dem Vorurteil zu begegnen, "Service" äußert sich nicht alleine darin, den Namen der Kunden zu kennen oder sie artig zu begrüßen, sondern noch mehr darin, schnell und verläßlich Dinge besorgen und ersetzen zu können und fundiertes Wissen über Bestandteile und Produktion zu haben.
Und auch für mich ist es wichtiger, daß ich bei Fragen auch eine befriedigende Antwort erhalte, als daß derjenige, der mich bedient, mich freundlich anlächelt - ich will ja als Kunde schließlich ein Produkt erwerben oder eine Auskunft erhalten, das/die mir weiterhilft, und nicht neue Freundschaften schließen oder den neuesten Tratsch aus dem Stadtviertel hören (dafür wäre dann wohl der Marktplatz oder eine Kneipe eher der passende Ort). :-)
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Re: Landwirtschaft eingestellt ?
[Re: Habiba50]
#186939
18/11/2006 20:24
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...rein ökonomisch und kapitalistisch...
Jo, das sagen WIR, die wir genug zu essen haben und uns das Luxusgut "Genuß" leisten können, doch sowohl das eine, wie auch das andere, bedingt ökonomische Grundvoraussetzungen (und auch Läden, in denen der Besitzer mit den Kunden ausgiebig plauschen kann, anstatt sich in Zahlenkolonnen für die nächste Umsatzsteuervoranmeldung zu versenken), soziale Absicherung, finanzielle Böden. Für den wohlhabenden Kunden ist die persönliche Btreuung MIT Kompetenz genau das, was er haben will und wofür er gerne zahlt, doch schauen wir auf die Kostenseite, sieht es anders aus, denn bei einem Klientel, das auf den Pfennig schaut, kann ein Ladenbesitzer dies nicht leisten, es sei denn, er beutet sich selbst aus, mit den entsprechenden Folgen für seine Finanzen (und die seiner Familie) und seine Gesundheit - und ultimativ auch für seine Stamm-Kunden, wenn nämlich der Laden zumachen muß.
...Und die "kleine Einkaufskultur" ist doch wohl die Bessere...
Ja und nein - in der Theorie ja, weil sie z.B. Vielfalt und unterschiedliche Kompetenzausrichtung bedeuten könnte, doch in der Praxis nein, weil ebendies aus den oben aufegführten Grunden unrealistisch ist und allenfalls in Spezialbereichen möglich ist (Kunst, Handarbeit, Läden mit zahlungskräftiger Kundschaft bzw. Exklusivangebot). Geld kann nur einmal ausgegeben werden und Zeit ist auch ein endliches Gut - wenn man sein Budget mit dem Einkauf von Lebensmitteln und dem mehrstündigen Herumlaufen um die benötigten Dinge auch zu bekommen aufgebraucht hat, hat man weder Zeit, noch Mittel, noch Lust, sich in die Einkaufs"kultur" zu begeben. Hat man dagegen viel Zeit und viel Geld, kann man es sich "leisten", tagelang von Laden zu Laden zu streifen, zu fachsimpeln, und sich bei Sphärenklängen und Wellnessbeleuchtung die Vorzüge des Fleisches von freilaufenden peruanischen Pfauen erklären zu lassen. Einkaufs"kultur" in allen Ehren, doch eine Region, in der die meisten Menschen nicht begütert sind und über beliebig Zeit verfügen, muß zunächst, als Grundlage, eine schnelle, preisgünstige und effektive Ökonomie in Kraft setzen, aus der dann einmal die wünschenswerte Einkaufs"Kultur" entstehen kann - oder es bleibt ein Einkaufsparadies für Touristen und die 0.01% reichen Landsleute, die, natürlich, beide ein großes Interesse am Beibehalten des Status Quo haben. :-)
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Re: Landwirtschaft eingestellt ?
[Re: sylviafee]
#186946
20/11/2006 19:15
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...In Amerika wird es in fünf bis zehn jahren eine riesige Altersarmut geben,...
Die gibt es jetzt schon.
...eine bezahlbare, sichere Altersversorgung wird dann nicht möglich sein...
Das Umlagesystem wird einfach mit unverhältnismäßigen Mitteln am Leben erhalten, anstatt einen Wechsel zu einem Renditesystem zu vollziehen.
...mutige und unabhängige Abgeordnete und nicht von Lobbysten abhängige...
Du hast noch das Schlüsselwort "qualifiziert" vergessen, dies ist ja derzeit ein Negativmerkmal in der Politik.
...welches ein Riesnpotiential auch gerade im Tourismus Bereich hat...
Das mag sein, doch nicht nur ich kann, vor dem Hintergrund der realen Verhältnisse und Gegebenheiten, dieses Potential nicht erkennen, wenn man einmal von algerischen oder osteuropäischen Zielgruppen absieht, die aber mittelfristig in vielfacher Hinsicht nicht die Westeuropäer ersetzen können.
...Verkehrt ist die bedingungslose Öfffnung für die ausländische Investoren...
Im Gegenteil, bei der Lage der öffentlichen Finanzen und dem Ausblick auf die nächsten Jahre ist es ein richtiger Schritt - zudem: arabische Investoren (SA, VAR, EG, etc.) sind sowieso schon seit einiger Zeit dabei, die Wirtschaftperlen aufzukaufen, da können weitere Investoren höchstens noch polyglotte Akzente setzen, der Ausverkauf aber hat schon vor einiger Zeit begonnen. Tunesien hat (wie übrigens fast alle arabischen Staaten), mittel- und langfristig gesehen, keine eigene, konkurrenzfähige, Industrie oder Forschung und kann von seinen Ressourcen nicht als reich eingestuft werden, es bietet sich also allein der Dienstleistungssektor und die industrielle Fertigung an, um allein den projektierten Wachstum im durchscnittlichen Einkommen (+50% innerhalb der nächsten Jahre) zu erzielen - für beides aber ist Zufluß von ausländischem Geld und Innovation/Know-How erforderlich (und damit sind nicht Callcenter oder Textil/Schuhfertigung gemeint, denn das können andere Länder entweder jetzt oder in allernächster Zukunft bereits besser und billiger). Tunesien ist ein sehr kleines Land mit wenigen Einwohnern und vielen historischen Schnittpunkten mit Europa, Amerika, Rußland und China sind weit, doch Europa ist nah', da liegt eine Annäherung an den Wirtschaftsraum (und damit automatisch auch an die Gesellschaft) nahe.
Ich sage es jetzt mal ketzerisch und noch von einem anderen Blickwinkel her - Europa könnte sich eher Tunesien und Marokko auf die Schultern laden, als das Schwergewicht Türkei.
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